Die Logik, nach der ein Sachverhalt in der Welt ist, muss nicht mit dessen historischer Entstehung übereinstimmen, ja oft kann jene dieser entgegen stehen, oder aber es wird gar unmöglich, den Nachweis der historischen Genese von etwas logisch Notwendigem, Daseiendem überhaupt zu führen.
Das meine flapsige Beschreibung der beliebten Kontroversen „logisch vs. historisch“; sie wird die Wissenschaftler nicht befriedigen, doch ich neige nun einmal zum Banalisieren.
Beispiel „Wert“: Gibt es eine historisch nachzeichenbare Entstehung des Werts von einfacher Warenproduktion hin zu entwickeltem Kapitalismus?
Hans-Georg Backhaus u.a. verneinen das: Die Wertentstehung lasse sich nur logisch (und zwar aus der – wie auch immer interpretierten, modifizierten – Marxschen Wertformanalyse), nicht historisch (aus einfacher Warenproduktion) ableiten.
Beispiel „Shakespeare“: Gibt es den historischen Shakespeare (wie wir ihn immer schon kannten?) oder hat ein anderer alles geschrieben (den wir nicht kannten?)? Ein kürzlich heraus gekommener Film vertritt diese These und macht damit Furore.
Beispiel „Jesus (Christus?)“: Ist wirklich Jesus von Nazareth der Gottessohn oder irgendein anderer? (In genau dieser zweideutigen Formulierung: Ist Jesus ein anderer, also nur ein gewöhnlicher Zimmermann – und: Ist ein Anderer der Sohn Gottes?)
Mir ist nicht klar, was an den obigen Beispielen überhaupt das Problem sein soll. Warum es wichtig sein kann, hier kein Problem zu sehen – wird im nächsten Posting erläutert.