Wir werden mit unserem Leib auferstehen. Physikalisch ist das kaum vorzustellen. Leiber haben eine Ausdehnung, was ihre Erhaltung durch materielle Mittel einschließt. Es wäre im Himmel also bald recht eng und die Ressourcen würden knapp werden. Es sei ein anderer Leib und seine Erhaltung kein Problem, wird uns von der katholischen Theologie versichert, keinesfalls aber sei damit gemeint, es würde nur unsere Seele als Quasi-Leib erhalten. Wir würden eben auf eine irdisch nicht erkennbare Weise umgestaltet. Sind wir dann ein Mittelding zwischen Leib und Seele, ein unleiblicher Leib? Der Verdacht, die Katholische Kirche würde sich hier durch die Einführung des „Leibes anderer Art“ aus der Affäre ziehen wollen, indem sie dem Naturgesetz seinen und der Schriftwahrheit ihren Platz möglichst weit voneinander anweist, drängt sich auf. Ist es nicht unredlich, sich zu nehmen, was man braucht, ohne Rücksicht auf Konsistenz, also ohne den Preis zahlen zu müssen? Oder ist das die letzte überhaupt noch mögliche Metaphysik? Eine Metaphysik als „Sehnsucht“ (Adorno)?
Katholisches
23. Mai 2009 von Holger
Veröffentlicht in Religion | Verschlagwortet mit Auferstehung, katholisch, Leib | Noch keine Kommentare
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