An einen zu glauben, der über uns steht, der die Welt gemacht hat, dessen Geschöpfe wir sind, ist für die noch in der DDR sozialisierte Unterschicht kaum annehmbar. Fortschritt, Wissenschaft, Höherentwicklung und allseitige Berechenbarkeit werden auch und gerade von den Menschen gegen die Religion vorgebracht, die bekennend mit eben dieser Wissenschaft nie viel am Hut hatten, ja, die stolz ihre mathematische und sonstige Unbildung vor sich her tragen („Ich bin Praktiker.“). Sie sind (anti-)religiös mit der Mode gegangen. Sie glauben der Wissenschaft en bloc. Sie, die selten etwas nachrechnen, geschweige denn Alltagsaussagen auf ihren logischen Gehalt hin zu prüfen („Ich fühle mich in der Großstadt total wohl, hier möchte ich nicht mehr weg. Am liebsten wäre mir ein kleines Häuschen auf dem Land.“), sie glauben fanatisch an die Ergebnisse der Wissenschaftler und können richtig wütend werden, wenn einer meint, die seien nicht alles und es gäbe Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen unsere Schulweisheit sich nichts träumen lässt.
Dumpfnasen-Atheismus
10. Juni 2009 von Holger
Veröffentlicht in Religion | Verschlagwortet mit Aufklärung, Fortschritt, Religion, Wissenschaft | Noch keine Kommentare
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