meinte, etwas schnippisch grinsend, ein Bekannter aus der linken Subkultur zu mir. Die Bemerkung liegt lange zurück und bezog sich auf eine lokale Band, die ich damals gern hörte und die er für ungeeignet hielt, linke Agitation voran zu bringen oder auch nur als korrekte Entspannung für Antifas zu dienen. Er hatte überhaupt kein Bewusstsein davon, dass Musik etwas anderes als ein Kampfmittel sein könnte. Lieder können so gar nicht mehr für als „für mich gemacht“ empfunden werden und so individuelles Hingerissen-Sein rechtfertigen, sondern wurden einzig dazu erdacht, als Auslöser für die Manipulation von Menschen zu fungieren – Musik als Arbeitsmaterial subkultureller Hegemoniestrategien.
Heute ist eben dieser Mensch Protagonist einer ex-linken Theorie-Splittergruppe samt subkulturellem Drogensumpf drumrum. In dem wird „Breakcore“ gehört (was immer das ist, es geht mich nichts an), mit ausgebreiteten Armen eine Bomberstaffel simuliert und vermutlich beim Gedanken ans Nichtidentische masturbiert. Das tun die schwarz gekleideten Jungs und Mädels wohlgemerkt in ihrer Freizeit, hauptberuflich wollen sie Individualität und „verrückteste Künstlichkeit“ entfesseln! Meine Güte, was die nehmen, möchte ich nicht geschenkt…
„Auf´s falsche Pferd gesetzt…“,
3. Juli 2009 von Holger