Ich würde gern diesen oder jenen “Begriff stark machen”, hören wir in linken Plena oder Diskussionsrunden.
Beachte: Es heißt nicht, “…mich für diesen Begriff stark machen”, stärken will man den Begriff selbst, damit er gegen andere seiner Art gewinnt. In der dann folgenden Erläuterung putzt man ihn schön heraus, damit andere Teilnehmer seine Stärke bewundern und annehmen können. Es fällt auf:
1. Die Perspektive des eigenen Selbst auf das Thema gibt es im geäußerten Text nicht. Warum ich diesen Begriff für gut halte bzw. warum die Sache ihn zu erzwingen scheint, ist nahezu unwichtig. Der Begriff soll sich anpreisen als einer, der die anderen fertig macht.
2. Der Begriff, der stark gemacht wird, gerät quasi zufällig in diese Lage. Nicht vertraut man darauf, dass der rechte Begriff sich schon finden wird, nein: Irgendetwas Äußerliches an ihm hat beeindruckt, etwas, dem man Performance-Qualitäten im Diskurs zutraut, bspw. dadurch, dass es sich anderswo schon als schlagkräftig herausgestellt hat.
3. Ist der Begriff stark genug, bedarf seine Benutzung kaum noch der Rechtfertigung. Innerhalb eines bestimmten Kontextes ist er dann der Platzhirsch und nur noch schwer angreifbar.
Es geht um bessere Manipulationsmöglichkeiten; nicht um Trennschärfe, Redlichkeit, Schönheit des Ausdrucks, sondern um die Überwältigung des Gegners. Ist der Begriff erst stark genug, wird er alles können.
Noch nie gehört, aber eine „schöne“ Phrase.
[...] ein Überwältigungsbegriff, ein gewaltsam integrierender, kurz: einer, der schon erfolgreich stark gemacht wurde. Nachdruck, leidenschaftliches Gefühl versuchen darüber hinweg zu täuschen, dass es mit [...]