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Mit ‘Tradition’ getaggte Artikel

Ich gehe durch eine Auenlandschaft und denke: Dieser Blick wäre auch vor 1989, ja tief in der DDR, möglich gewesen. Keine Werbung, kein ADAC-Hubschrauber, kein Westauto. All das, was hier zu sehen ist, hätten sogar Deine Großeltern noch sehen können. Dieser Baum hier ist ein Vor-Wende-Baum. Der Gedanke kann sich zum starken Gefühl zuspitzen, wenn [...]

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Nur mit dem Volk also, nicht gegen es? Aber zeigt nicht die Geschichte, wie mit dem Nationalgefühl auch dessen Übersteigerung ihren Anfang nahm und Millionen Tote in zwei Weltkriegen produzierte? In Westeuropa am Anfang des 21. Jahrhunderts – an dem durchaus noch Kriege geführt werden – derart zu argumentieren, zeugt von geradezu putziger Realitätsverleugnung. Tut [...]

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Wenn nichts mehr sein soll, außer der je eigenen Individualität, hat auch diese keine Substanz mehr. Niemand macht sich selbst allein – das Material jeglicher Selbstbildung ist vorgegeben, man hat es in Teilen hinzunehmen, in Teilen sich selbst anzueignen, durchzubilden, doch niemals zu erfinden oder zu ignorieren (Goethe lesen!). In eine Landschaft wird man hinein [...]

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Mag sein, dass das so ist, wird mir zugegeben, doch: Es sollte nicht sein. Es sollten alle ihre je eigene Individualität unbeeindruckt entfalten können. So reden diejenigen, die fließend englisch sprechen, englische Witze reißen, englische Liedtexte zitieren, englische Filmtitel aufsagen, nahezu ausschließlich englische Wissenschaftsliteratur lesen und die einigermaßen putzig finden, was der Sarrazin nur immer [...]

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Unabhängig davon, ob identifizierbare genetische Gemeinsamkeiten der Deutschen noch vorhanden sind, wie eine bestimmte Anthropologie behauptet, oder ob wir lediglich Kulturgemeinschaft sind, die in größerer Nähe oder Ferne zu anderen steht – “wir sind ein Volk”. Links ist u.a., den eigenen common-sense-Gewissheiten nicht zu trauen, sondern nahezu jede nicht hinterfragte Mehrheitsüberzeugung, jede aufsteigende Regung, die [...]

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denkt Ihr nicht auch, dass das satanische Gegeifer dieses Herren, das irre Gestammel dieses abgedrehten Pseudo-Bischofs und die Auslassungen dieses – über den Katechismus der Katholischen Kirche gänzlich ahnungslosen – Würdenträgers, dessen Ausstrahlung die Missionsarbeit auch nicht wirklich fördert, – dass all dies nichts als ein paar bizarre Performances für den Vorhof der Hölle sind? [...]

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Dieser Herrschaft des Fortschritts würde ich eine – zugegeben ökofaschistische – Arbeitsorganisation entgegensetzen, die – da können sie jeden Adorno-Anhänger und insbesondere die kommunistischen Obskurantisten unter ihnen fragen – natürlich im Endeffekt darauf hinaus läuft, dass zunächst AIDS-Kranke keine Medikamente mehr kriegen, danach die Inquisitionsprozesse wieder installiert werden und wir letztendlich alle wieder auf Bäumen [...]

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Die Morgensonne kraucht gerade über die Hänge des Elsterfluttbettes in der Nähe der Lauer. Zwei Arbeiter sind damit beschäftigt, auf diesen Hängen Gras zu mähen. Einer ist mit einem Elektrokarren ausgerüstet, der andere mit einem knatternden, stinkenden, vermutlich benzinbetriebenen Mäher. Ein paar hundert Meter vor und nach ihnen liebliche, sanfte Landschaft, Halme wiegen sich im [...]

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Das hat nichts zu sagen = hat nichts zu bedeuten, ist irrelevant Der hat (mir) nichts zu sagen = der darf (mir) nichts befehlen Nicht-Befehlen-Können steht also in Verbindung mit, jemandem keinen Deutungszwang auferlegen können und nicht in Frage kommen, aussortiert-, evtl. veraltet-sein. Vgl. auch bei Marx, wo soundsoviel Kapital soundsoviel Arbeit “kommandiert”. Unterhalb des [...]

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Die iPhone-Fetischisten, Electroliebhaber, die Modemenschen und die jungen sonnenbebrillten Träger asymmetrischer Frisuren – sie alle bewegen sich in der Großstadt so naiv und tumb wie ein Bauer auf dem Dorfanger. Einst gab es ein Bewusstsein in der Stadt, dass fortgeschrittene Zivilisation sich auch in Umgangsformen zeigen müsse: Grüßen, Ausweichen, Vortritt lassen, Hut ziehen, aufmerksam sein [...]

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