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Archive for Mai 2009

Sollte jemand noch so gar keine Idee haben, wen er oder sie am kommenden Wahlsonntag in den Leipziger Stadtrat wählen soll – ich hätte einen Tipp: die Wählervereinigung Leipzig (WVL). Die kritisiert die mangelnde Bürgerbeteiligung beim Projekt Stadthafen, engagiert sich gegen Fluglärm, fordert den Ausbau des ÖPNV bei bezahlbaren Preisen und hat mit gegen den Stadtwerkeverkauf gekämpft. Darüber hinaus erteilt sie der NPD und jeglichem Nationalismus eine Absage.
Wir haben es hier wohl mit Leipziger communitarians zu tun. Wahrscheinlich sind sie diesmal die Besten im Parteienangebot.

Doch auch unabhängig von dieser Anregung möchte ich dazu auffordern, wählen zu gehen, um die NPD und damit die Stärkung der neonazistischen Infrastruktur in Leipzig zu verhindern.

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Neulich in Ostdeutschland: Eine 30jährige, durchaus lebenslustig und sympathisch wirkende Frau mit lila gefärbter Strähne im Haar fand nach eigenem Bekunden die DDR „geil“. Gegen sie redet eine verhärmte Frau mit hartem Gesicht und verrauchter Stimme: Man solle sich doch davor hüten, die DDR schön zu reden. Gut kann man sich in ihr die von der Stasi kaputtgespielte Bürgerrechtlerin vorstellen.
Ich will nicht gleichsetzen, aber doch nach ganz links fragen:

1.) Könnte es sein, dass sich die ins Nachkriegsdeutschland zurück kehrenden Emigranten ähnlich gefühlt haben (Bsp. Klaus Mann)?
2.) Ruft irgendjemand aus der Reihe der antinationalen Linken für unsere 30-Jährige nach Re-Education?

Zu 1.) Nein, denn man darf keineswegs das System der Shoa mit dem manchmal vielleicht etwas harten Knastaufenthalt von Leuten vergleichen, die ja doch bloß die D-Mark wollten.

Zu 2.) Nein, denn man darf keineswegs das System der Shoa mit dem manchmal vielleicht etwas harten Knastaufenthalt von Leuten vergleichen, die ja doch bloß die D-Mark wollten.

Und falls einer unserer Anti-Totalitarismustheorie-Linken in Erklärlaune ist, würde er wohl hinzufügen: Die uncoolen Zottelbärte und Schriftstellerschnepfen (möglichst noch mit kirchlichem Hintergrund, wie lächerlich!) haben ja nun ihr beschissenes Großdeutschland bekommen, jetzt sollen sie gefälligst das Maul halten. Einmal muss schließlich auch Schluss sein. Außerdem wollen wir nicht weiter bei der NS-Aufarbeitung gestört werden.

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Menschen nicht liegen zu lassen, sie einzubeziehen, wichtig zu nehmen, ihnen dadurch Freiheit zur verschaffen, hat nur Erfolg, wenn die Einbeziehung auch Einordnung ist, Partizipation ist nie ohne den Charakter der Zwangsveranstaltung zu haben. Nicht umsonst definiert die Systemtheorie Integration als Einschränkung der Freiheitsgrade (Luhmann). Mir kann nicht mehr alles zustoßen. Dies eröffnet mir die Möglichkeit, anderen Ausgewähltes, nicht alles, zustoßen zu lassen. Aber es mag Leute geben, die lieber von totaler Freiheit träumen, als die kleinen Freiheiten zu nutzen.

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Holunderblüten-Gelee

Zutaten:
12 Holunderblütendolden, 1/2 l Wasser, ein Schwapp Apfelsaft, 1/2 Zitrone, 250 g Gelierzucker (2:1)

Die Holunderblüten von den Stielen zupfen und in eine Schüssel füllen. (Tierchen und Blattläuse zuvor mit den Fingern entfernen. Nicht waschen!) Kaltes Wasser über die Holunderblüten gießen. Einen Teller auf die Schüssel legen und Holunderblüten über Nacht ziehen lassen. (Auch zwei Nächte sind möglich.)
Am nächsten Tag die Holunderblüten durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. (Leicht mit einem Löffel ausdrücken.) Frisch gepressten Saft einer halben Zitrone und einen Schuss Apfelsaft hinzufügen. Das Ganze mit Gelierzucker mischen und unter Rühren zum Kochen bringen. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
Den Sud in ein sauberes Marmeladenglas füllen und dies einige Minuten auf den Kopf stellen. Wieder umdrehen und das Glas völlig auskühlen lassen. Ab in den Kühlschrank.

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Türschlösser sind keine Aufforderungen an die technisch Intelligenten, sie aufzubrechen und Verbotsschilder sollen nicht dazu ermuntern, bei einer Verbotsübertretung ganz besonders wachsam nach einem Polizisten Ausschau zu halten. Nein:- Beide sind Hinweise darauf, dass nun von einem selbst fragloses Geltenlassen gefordert ist.
Vollständig unverständlich ist dies mit dem Aufkommen der Computerviren geworden. Ihre Programmierer und willentlichen Verbreiter gelten nahezu keinem mehr als übliche Kriminelle, die das Eigentum anderer Leute beschädigen, sondern als Teufelskerle, die man gewitzt schlagen muss. Die Gesetzesübertretung rechtfertigt sich durch Coolness, Technophilie, Jugendlichkeit, Schnelligkeit. Und da wundert man sich, warum Schüler ihre Lehrer bedrohen…

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Unschön

Hätten sich die Atheisten zum Ersatz der Schöpfung doch wenigstens etwas Ergreifendes, Anrührendes oder auch Begeisterndes einfallen lassen. Aber nein – es mussten ja partout Zufall und Evolution sein! Was für ein Mangel an Schönheitsempfinden! Sie könnten doch ihre famose Naturwissenschaft zur Erfindung von allerlei Nützlichem verwenden, statt den Menschen ihr rundes Weltbild, in dem selbst die Widersprüche noch schmücken und über das also unendlich nachgedacht werden kann, zu zertrümmern. Dass sie es nicht machen, verweist auf ihr Getrieben-Sein durch etwas, was jeglicher Reflexion von vornherein entzogen ist: die wissenschaftliche Neugier des Menschen. Von anthropologischen Grundtatsachen wollen sie, wie vom Wesen überhaupt, schon lange nichts mehr wissen. Nur den Drang, die Welt zu entzaubern und auf eine Handvoll grauer Gesetze zurückzuführen, den hat man hinzunehmen als dem Menschen ureingeboren. Und seien die Gegenstände, an denen er sich austobt auch noch so lächerlich und auf das Unerwachsene der Forscher verweisend (schwarze Löcher u.ä.).

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Katholisches

Wir werden mit unserem Leib auferstehen. Physikalisch ist das kaum vorzustellen. Leiber haben eine Ausdehnung, was ihre Erhaltung durch materielle Mittel einschließt. Es wäre im Himmel also bald recht eng und die Ressourcen würden knapp werden. Es sei ein anderer Leib und seine Erhaltung kein Problem, wird uns von der katholischen Theologie versichert, keinesfalls aber sei damit gemeint, es würde nur unsere Seele als Quasi-Leib erhalten. Wir würden eben auf eine irdisch nicht erkennbare Weise umgestaltet. Sind wir dann ein Mittelding zwischen Leib und Seele, ein unleiblicher Leib? Der Verdacht, die Katholische Kirche würde sich hier durch die Einführung des „Leibes anderer Art“ aus der Affäre ziehen wollen, indem sie dem Naturgesetz seinen und der Schriftwahrheit ihren Platz möglichst weit voneinander anweist, drängt sich auf. Ist es nicht unredlich, sich zu nehmen, was man braucht, ohne Rücksicht auf Konsistenz, also ohne den Preis zahlen zu müssen? Oder ist das die letzte überhaupt noch mögliche Metaphysik? Eine Metaphysik als „Sehnsucht“ (Adorno)?

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