Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Juni 2009

Die linke Republik, in der wir leben, führt ihren Kampf gegen Nazis als Kampf „gegen rechts“. Von antitotalitärem Konsens keine Spur. Die besorgten Multikulti-Bürger werden nicht eher aufhören, als bis alle unterschiedslos gleich geworden sind – politisch und kulturell auf „Weltniveau“, wie es in der größten DDR der Welt hieß.
Rechts fehlt die Kraft zum „Differenzen-Setzen aus gutem Gewissen heraus“, deswegen sucht man dort sein Heil in der Betonung des schon länger Bereitliegenden bis hin zum Totalitären und macht es so den Linken leicht, die selbstwidersprüchliche Parole „Demokraten gegen rechts“ ernsthaft auszugeben. Und nicht nur den Linken: Innenminister Albrecht Buttolo sagte: „Die heute durchgeführten Maßnahmen [Razzien gegen die Heimattreue Deutsche Jugend – H.] zeigen, dass wir uns entschieden gegen die Feinde unserer Demokratie wehren. In Sachsen ist kein Platz für rechtes Gedankengut.“ Dass die Heimattreue Deutsche Jugend nicht irgendwie rechtes Gedankengut vertritt, sondern ihre Mitglieder Nazis sind – diese Unterscheidung will der Minister nicht kennen. So führt das gute Gewissen der linken Republik zur Verharmlosung nazistischer Bestrebungen. An den Nazis verabscheut man nicht ihre menschenfeindliche Gewalt, sondern ihren Hass auf die Demokratie. Widerlich.

Advertisements

Read Full Post »

Stil

Die Art sich zu geben,
die Art sich zu halten
im Wissen darum,
was passt und warum.

Man erzählt einen Witz und Sekundenbruchteile vor der Pointe vermasselt die laute Bemerkung eines anderen uns selbst die Genugtuung und anderen das Ausleben der Freude. Das ist nicht nur ungezogen, sondern stillos, denn man hat die Rundung eines Werkes verpatzt.

Das positive Schaffen von Stil muss nicht glücken, nicht jeder ist ein Künstler, nicht einmal Witzeerzähler muss jeder sein. Aber jedem ist möglich, dem Stil den Weg zu bereiten, indem man freudig und großzügig von anderen geschaffene Werke (und sei es ein gut erzählter Witz) anerkennt – beispielsweise kann man freundlich mitlachen, auch wenn die Erzählung nicht so gut gelungen ist.
Wer Umgangsformen einhält, sich im Schweigen übt und dennoch nicht maulfaul wird, wer anderen Peinlichkeiten erspart oder sich müht, ihre Folgen zu mildern, der hat Stil.

Stil ist auch Wissen davon, wann es genug ist: wann jemand überstrapaziert wird, wann man sich zurück zu nehmen hat, wann man die Bürde des Stärkeren, einen Zeitablauf zu strukturieren, auf sich zu nehmen hat – Stil ist, dem am Boden liegenden Gegner die Hand zu reichen und aufzuhelfen.

Die pure Einhaltung von Konventionen aus Bequemlichkeit ist kein Stil – es fehlt die Ritterlichkeit.

Read Full Post »

In einer Weiterbildungseinrichtung für pflegerische Berufe. Ich rede mit dem Leiter. Der schwärmt mir von den hier unterrichteten Berufsfeldern vor. So weit so nachvollziehbar. Doch merkwürdigerweise argumentiert er nicht mit dem Arbeitsplatz, den man nach Absolvierung einer seiner Kurse sicher habe, sondern mit der Nützlichkeit der späteren Tätigkeit. Es sei so notwendig, etwas für die alten Menschen zu tun. Immer mehr Ältere würden einfach abgeschoben und für die Demenzkranken unter ihnen bleibe erst recht keine Zeit mehr, wie ich mir ja denken könne. Ja, das kann ich, ich nicke. Die alten Leutchen seien so dankbar für die Zuwendung, die man ihnen gebe. Sicher, oft sei der Beruf schwer, aber man habe das gute Gefühl, wichtige menschliche Arbeit zu leisten.
Der Mann ist wirklich sehr sympathisch. Aber ich habe ein wenig Angst, dass er vor lauter Humanismus das Geld nicht richtig zusammen halten kann. Ist das wirklich ein guter Chef, der sich das Geschäftsfeld mehr als den Geschäftszweck seiner Bude zu Herzen nimmt?
Es ist hässlich so zu mutmaßen. Ich argwöhne, dass in mir die linksradikale Kapitalismuskritik immer noch über ihre Erfolglosigkeit sauer ist. So male ich Menschen vermutlich viel egoistischer, als sie sind. Das soll sich ändern.

Read Full Post »

Hier irrt Ernst Jandl.
Der ohne Zweifel ziemlich knackige Spruch „Unsere Ehre heißt Reue“ prangt auf T-Shirts eines Spektrums das nun nichts mit Deutschland, der Konservativen Revolution oder gar dem NS, dafür um so mehr mit komischer Aktionskunst, elektronischer Musik, Adorno, Popkritik, antideutschem Augenzwinkern und sonstigem Schnickdibumm zu tun hat.

Das Originalwortspiel „Meine Ehre heißt Reue“ stammt allerdings von
Leuten, die durchaus einiges mit Deutschland am Hut haben (schauen Sie sich Heft 11 an).

Helge Schneider würde jetzt singen: „Ich habe mich vertan…“.
Und Ernst Jandl darf – nun wieder passend – hinzufügen: werch ein illtum…

P.S.: Natürlich gilt immer noch: Free Iran Now!

Read Full Post »

Häufig kommt es nicht vor, dass man eine Befreiungsbewegung guten Gewissens unterstützen kann.
Die iranischen Kämpfer gegen Ahmadinejad allerdings verdienen jede Sympathie.

So können wir helfen:

1) Schicken Sie der Botschaft Ihres Landes im Iran eine Email, oder rufen Sie sie an. Erklären Sie Ihre Solidarität mit den Demonstranten und fordern Sie, dass die Botschaft Verletzte bzw. Verfolgte aufnimmt. Bitten Sie sie, “Ärzte ohne Grenzen” in die Botschaft zu holen. Übrigens kann man auch die Botschaften anderer Länder dazu auffordern, die das noch nicht tun.

2) Österreich ist nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Schicken Sie dem Außenministerium eine Email oder rufen Sie es an, und fragen Sie, was die Republik Österreich zu tun gedenkt, um den Freiheitskämpfern im Iran zu helfen. (Das kann man selbstverständlich auch das deutsche Außenministerium fragen.)

3) Melden Sie sich auf Twitter an, und geben Sie als Ort “Tehran”, und als Zeit “GMT +3:30″ an. Denn die Mullahs durchsuchen Twitter nach diesen Kriterien, um Oppositionelle orten zu können, die über Proxies Nachrichten in alle Welt befördern. Die Zeit, die sie brauchen, um herauszufinden, dass Sie doch kein Iraner sind, kann die Zeit sein, die ein Iraner braucht, um rechtzeitig aus seiner Wohnung zu flüchten.

4) Nehmen Sie an Unterstützungs-Demons teil. Es dauert bloß einen Abend, hilft aber den Demonstranten im Iran enorm. Auf Twitter konnte ich in Erfahrung bringen, dass diese moralische Solidarität ihnen viel Mut macht. Die tausenden Hamburger gestern etwa wurden mit Begeisterung aufgenommen.

5) Fordern Sie andere auf, diese kleinen Schritte ebenfalls zu unternehmen.

Die o.a. Schritte stammen von dieser Website: Free Iran now!

Read Full Post »

Glaube ich an den einen, personalen Gott, den Schöpfer der Natur mit dem Menschen und gehöre nicht zum Volk der Juden, habe ich ein Problem. Der Schöpfergott hat mit mir keinen Bund gemacht, ich bin nicht automatisch Angehöriger seines Volkes. Ausweg: Durch die Vermittlung eines Juden, Jesus von Nazareth, steht mir die Feier SEINER Schöpfung offen, kann ich mit dazu gehören. Jesus Christus ist so der ausgezeichnete Weg, den der Gott der Juden für Nicht-Juden vorgesehen hat, ihn und sein Werk anzubeten. Also muss ich, wenn ich als Nicht-Jude an die Schöpfung glaube, Christ sein.
Soweit so einleuchtend, doch schwierig bleibt es trotzdem, an einen Menschen zu glauben, in den man nicht verliebt ist bzw. gewesen sein kann, weil man ihn nie zu Gesicht bekommen hat. So klar mir ist, dass unsere Welt gemacht wurde, so unklar ist mir der Zusammenhang vom Tod eines Menschen mit der Rettung des Menschengeschlechts am Ende aller Tage. Wie kann man das bloß begreifen?

Read Full Post »

würde der jugendliche Politengagierte formulieren. Würde er, wenn ihn der Iran nur interessierte. Er freut sich doch sonst über jede Art von Aufruhr, warum denn nicht jetzt?
Und die Friedensbewegung? Ja, weiß der Teufel wo die bleibt… Ein paar Exil-Iraner und einige wenige agile Leute aus einem überschaubaren Spektrum demonstrieren. Die Berufsbetroffenen halten das Maul. Keine Solidarität mit der „Bewegung“, keine Grußadressen, keine Petitionen, einfach nichts. Nicht ein popliger Friedensratschlag aus Hagen-Haspe oder sonst woher rührt sich.
Ein Zug von Zehntausend Demonstranten wälzt sich den Leipziger Ring nur dann herunter, wenn es gegen den beschränkten Cowboy George Bush geht. Die Initiierung des iranischen Atomwaffenprogramms, der islamische Tugendterror, Ahmadinejads wüste Drohungen gegen Israel – das alles lockt keinen Zoni hinterm Ofen hervor. Statt dessen wird in Deutschland gerade gegen die Bildung gestreikt und wer von den Alternativyoungstern dann noch freie Valenzen hat, schaut bei der einen oder anderen Kundgebung gegen böse Kleidungsmarken vorbei.
Meine Güte, solchen Leuten fühlte man sich mal verbunden, wie peinlich…

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: