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Archive for August 2009

Frauen in ihrer Eigenschaft als Autofahrerinnen leben gefährlicher, belehrt mich die AOK-Zeitschrift. Sie neigten dazu, die Sitze höher und die Lehnen steiler einzustellen (ich würde hinzufügen: sie sitzen auch zu eng am Lenkrad). Natürlich ist das ein dummer Fehler der Experten. Diese haben sich offensichtlich zuvor nicht beim GenderKompetenzZentrum (sic!) der Humboldt-Universität zu Berlin kundig gemacht. Geschlechter sind schließlich soziale Konstruktionen, die unproblematische Rede von „Frauen“ sei somit wohl eine Homogenisierung des Multidimensionalen. Also bleibt besser alles so, wie´s ist und die in „gesellschaftlich normierenden Praktiken“ und „Kategorisierungen“ konstruierten sog. Frauen fahren weiter in den Tod…

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Ausgerechnet Bananen sind immer wieder Anlass für Hohn und Spott gegen das dumme Ostvolk. Dem sei es ja gar nicht um demokratische Rechte gegangen, sondern nur um D-Mark und Konsum. Merkwürdigerweise nur halten es dieselben schönen Kritikerseelen bei großstückiger Weißkohlsuppe keine drei Tage aus und geht alle naselang irgendein linksradikaler Publizisten-Parvenü mit seinen kulinarischen Fähigkeiten hausieren. Wo bleibt denn da die Demokratiebegeisterung? Geht´s am Ende bei der Produktion linksradikaler Bücher und Zeitschriften doch wieder nur um die nötige Pinke-Pinke für den Viktualienmarkt? Selbst ein paar Einkommensklassen unterhalb, also in der antideutschen Antifa, waren kernige Äpfel ganz im Gegensatz zu Döner, Halloumi und Pommes nie sonderlich en vogue. In einem Leben, das auf Heuchelei und Besserwisserei aufgebaut ist, ist das natürlich nicht anders zu erwarten. Doch wir anderen sollten ihnen ihren Menschenhass, ihre Missgunst, ihre Verachtung des Leiblichen nie mehr als Streben nach einer humanen Gesellschaft durchgehen lassen. Die Volksaufklärer von linksaußen werden sich bis zum 3. Oktober wieder und wieder erzählen, wie „groß“ doch der Titanic-Witz von der Zonengabi war, wie peinlich der Run aufs Westgeld und wie ekelhaft der sächsische Dialekt.
Ich werde mir bis zur Einheitsfeier noch so manche Banane schmecken lassen, denn vielleicht fangen die Jungs und Mädels der Kritikfraktion, die zwar Adorno nach allen Richtungen auslegen, aber kein Brot backen können, schon bald an, eine „emanzipatorische“ Wirtschaft zu planen. Und das hieße: Schluss mit lustig, die Kohlsuppe ruft…

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Angesichts diverser Verrücktheiten, die anlässlich des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution von diesem Verein und ähnlichen Gruppierungen geplant werden, soll hier wenigstens ein kleines Gegenfeuer eröffnet werden. Auf der akademischen Spielwiese der Sozialwissenschaft und in staatlich alimentierten Antirassismus-Vereinen, in denen noch jeder Philosophie-Student mit kommunistischen Ambitionen sein Auskommen findet, wenn er sich nur ein wenig auf „Politiken“, „Diskurse“ und „Praxen“ einlässt, überall dort also, wo man im Dienste der Emanzipation mit Freuden das Denken verlernt, ist man sich einig in seiner mindestens klammheimlichen Ablehnung des wieder zusammen gewachsenen Deutschlands. Manche allerdings, die sich im akademischen Sumpf so fühlen wie die Schmeißfliege am Aas, belassen es nicht bei der Klammheimlichkeit, sondern organisieren Veranstaltungen gegen die seit knapp 20 Jahren bestehende Presse-, Reise- und Versammlungsfreiheit, gegen die Freiheiten, die sie „eine Farce“ nennen. Ein Fall von Autoaggression? Wie auch immer, ich bin nicht der Therapeut dieser Leute, sondern ihr Gegner. Das Motto meiner kleinen Reihe unter dem Titel „Lob der deutschen Einheit“ leihe ich mir von einer sog. emanzipatorischen Bewegung – gut ist es trotzdem: No pasarán!

Zuvor allerdings noch ein paar Worte zur Linkliste: Ich möchte hier das Internet-Angebot kluger Leute verlinken, die Wichtiges und/oder Geistreiches zur Kommentierung des Zeitgeschehens beizutragen haben. Das cee ieh – ein linkes Leipziger Lokalblatt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Tobeplatz für hier ansässige Ideologiearbeiter der linken Republik zur Verfügung zu stellen, auf dem munter die immer gleichen Hausarbeiten über Kulturindustrie und Genderkrimskrams weggedruckt werden, macht heute – etwas zu spät – Platz für die Sparring-Arena von Henryk M. Broder. Broder ist ein wenig reflektierter Fortschrittsoptimist, seine Bemerkungen zur Ökobewegung und zum anthropogen verursachten Klimawandel sind ignoranter Bullshit. Wofür man ihn allerdings herzen und knuddeln möchte, sind seine Texte gegen die Islamisierung des Westens und zum Nahostkonflikt. Sprachgewaltig fightet er gegen die Abschaffung von Freiheit und Menschenwürde durch Appeasement mit den Feinden der Freiheit. Also: Bitte immer mal vorbeisurfen!
Neu hinzu gekommen ist auch das Angebot des Kulturtheoretikers und Fetischismusforschers Hartmut Böhme, der auf seiner Seite viele eigene Texte zum kostenlosen Download bereit stellt. Zum Schluss möchte ich noch einmal auf die Fundgrube Briefe an Konrad verweisen: Es geht um Religion, portugiesische Geschichte, Israel und immer gegen Antisemitismus. Intelligent kommentierte, anregend aufbereitete Geschichtsbröckchen, auch wenn man mit dem Autor in der politischen Wertung wohl nicht immer übereinstimmen wird.

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Alle begeisterten Schwimmer im Meer wissen: Wir brauchen einen Bademeister. Sie wissen ebenfalls: Die meisten Leute, einschließlich meiner Person, sind uninformiert, unverständig, angeberisch, unaufmerksam – sie können und wollen die Gefahren starken Wellengangs nicht richtig einschätzen. Also sorgen eben diese Leute in ruhigen, nicht mit Baden verbrachten, Minuten dafür, dass derjenige eine passable Wohnung erhält und gut zu essen hat, der sie an Wochenenden und in den Ferien von den allerschönsten, nämlich den hohen Wellen zurück scheucht. Sie wissen im Großen und Ganzen, im Prinzip, im allgemeinen, dass hohe Wellen gefährlich sind – beim alltäglichen Badespaß vergessen sie es.
Der Kommunismus vertraut auf Einsicht und Vernunft der Individuen – ein allgemeiner Zwang, abgetrennt von konkreten menschlichen Bedürfnissen oder gar gegen diese gerichtet, darf nicht sein und braucht auch nicht zu sein, da es zerstörerische Bedürfnisse nicht geben kann, weil es sie nicht geben darf. Die kommunistisch befreiten Individuen werden sich im Hochgefühl all ihrer Kraft in die Fluten werfen, Minuten entgrenzten Glücks genießen und dann unbeachtet ertrinken.

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Abhängigkeit

Grundgefühl der Religion sei Abhängigkeit, referiert Hartmut Böhme Pistorius und Hume (Böhme, 202 f). Von etwas abhängig zu sein (Natur bspw.), impliziert die letztliche Unverfügbarkeit dessen, wovon man abhängt und damit Scheu, einen nicht-herrischen Umgang. Wahre Christen wissen sich von Gottes Schöpfung abhängig und können sie nicht zerrütten wollen. „Macht euch die Erde untertan“ ist kein Gegenargument. Die Formulierung stammt aus der alten Zeit des angsterfüllten Erstkontakts und soll zum Umgang mit Erde überhaupt stimulieren.
Man schlachtet die Kuh nicht, die man melken will, sondern gibt ihr, was sie braucht. Und in dieser fortdauernden Praxis entdeckt man vielleicht auch noch die Schönheit der Kuh…


Böhme, Hartmut: Fetischismus und Kultur: Eine andere Theorie der Moderne, Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg, 2006

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Andersrum?

Nein, das Blogfoto steht nicht auf dem Kopf. Es ist auch kein normaler Regenbogen zu sehen, wie er beim gemeinsamen Auftreten von Regen und Sonnenschein sichtbar wird, sondern vermutlich so etwas hier.
Aufgenommen wurde dieser Bogen im November 2007 in Leipzig, an einer Stelle, die sehr bald für keinen Menschen mehr zugänglich sein wird.

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Atmosphäre

Schwierigkeiten, folgende atmosphärische Eindrücke mit einander zu vermitteln: Ein deutsches Weihnachtsessen (Ente, Gans…) in Tannenbaumumgebung und viel gelbem Licht hier, ein Frühnachmittag in einer sonnendurchfluteten Mittelmeerstadt mit lauten Menschen in Straßencafés da. Ist man beim Essen im deutschen Winter, denkt man, nie könne man in der Sonne gewesen sein, denn die Vorstellung lässt sich kaum erinnern, läuft man in der Sonne, denkt man, ein Weihnachtsessen sei gänzlich unmöglich, zu viel drängt uns von der gegenteiligen Empfindung ab.
Eine Atmosphäre ist kaum auf den Begriff zu bringen, vielleicht kann man sich ihr nur durch Vergegenwärtigung einer Vielzahl ähnlicher Atmosphären annähern. Die „sprachlose Sprache der Natur“ (Hartmut Böhme) führt uns, die wir durch unseren Leib Natur sind (dazu viele Bücher von Gernot Böhme), die Unzulänglichkeit von Sprache vor.

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