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Archive for September 2010

Wie nennt man in der linken Republik eine Sendung, in der es um Thilo Sarrazin und sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ geht?

Na kommen Sie, seien Sie doch nicht so verstockt, Sie wissen doch, wie das klingen muss. Es muss etwas mit „Rechts“ (in der linken Republik identisch mit: ausländerfeindlich, gewalttätig, provinziell) im Titel vorkommen. Dann benötigen Sie noch einen Pseudo-Gegensatz zum verklausulierten Rassismus-Vorwurf, pseudo, weil er den, um den es geht, ebenso mies dastehen lassen muss, wie dieser. Also, haben Sie´s endlich?

Genau: Die Sendung heißt: „Rechthaber oder Rechtsausleger“.

Was der Vorwurf des „Rechtsauslegers“ in der linken Republik impliziert, dürfte angesichts der Demonstrationen / Argumente / fantasievollen Aktionen / Handreichungen / Mahnwachen / Schweigemärsche „gegen Rechts“ oder „rechte Gewalt“ klar sein.
Linke Gewalt gibt es bekanntlich nicht, die ist maximal „linksextrem“, in aller Regel aber „kreativer Protest“.

„Rechthaber“ meint nicht jemanden, der Recht hat, sondern einen peinlichen Querulanten, einen der rechthaberisch ist, einen Sturkopf, geistig unflexibel, ganz und gar unentspannt.

Sie haben die Wahl: Ist Sarrazin nun ein mieser Ausländerhasser oder bloß ein stänkernder Hanswurst von vorgestern? Das ist die Alternative, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen der linken Republik präsentiert.

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Warum ist das Hobby von Leuten, die die Individualität gegen alle vereinheitlichenden, totalitären Bewegungen verteidigen wollen, ausgerechnet Identitätskritik? „Individuum“ als das Unteilbare verlangt geradezu nach Identität – nach Identität eines Kerns freilich, nicht nach Starrsinn, schon gar nicht nach Totenstarre. Wer die diskursive, herrschaftsfreie Aushandlung von allem und jedem predigt, öffnet den totalitären Ideologen der Umerziehung Tür und Tor, oder schlimmer: Er ist selber einer und hofft, in der Manipulation des Diskurses Sieger zu werden.
Wenn der Mensch alles werden kann, wenn er kein Wesen hat, wenn Anthropologie immer schon als Faschismus gilt, Institutionen im Zweifel abgebaut werden müssen, dann sind die Zeiten nicht weit, wo er eben etwas ganz Bestimmtes werden muss. Das sind Zeiten, wo die ganzen verrotteten Tabus in Frage gestellt werden, wo freudigen Herzens der neue Mensch geschaffen wird, frei von allen Einengungen der Tradition. Was er dann jeweils werden muss (Volksgenosse oder Volksbefreier), sagen ihm die Intellektuellen-Priester rechtzeitig. Und sie sagen ihm auch, wer im Dienste des Fortschritts über die Klinge zu springen hat.

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Im Altenheim: Wir stehen im Fahrstuhl. Die Alten diskutieren, wo er jetzt wohl hinfährt und freuen sich, wenn sie recht behalten. Sie glauben, durch das geschickte Drücken bestimmter Knöpfe würde man zuerst in dieses, dann in jenes Stockwerk fahren. Auf diese Weise kann man also „nett sein“, oder sich „vordrängeln“.
Man wird ihnen nicht einsichtig machen können, dass ein Automat die Reihenfolge bestimmt und dass der, gewisse Ausnahmen vorbehalten, nach FIFO (first in, first out – Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) funktioniert. Wer drückt, kommt automatengesteuert an der Reihe – unterwegs hat er keinen Einfluss mehr. Das geht nicht in den Kopf alter Menschen. Dienstleistung sollte persönlich beeinflussbar sein. Man soll sich erkenntlich zeigen oder sich beschweren, sich umentscheiden oder ganz Abstand nehmen können.
Wer ist hier verrückt? Oma, die sich nicht gängeln lassen will oder wir Durchblicker, die wir uns im Fahrstuhl freudig die Beine in den Bauch stehen, im Wissen darum, dass der Automat die optimale Lösung findet?

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Es ist weit rationaler, eine Schöpfungsordnung anzunehmen, als einen letztursachelosen Urknall, mit dem ja Raum und Zeit entstanden seien sollen. Zufall ist immer auf Zeit bezogen (= jetzt hätte dies oder etwas anderes passieren können, aber eben: jetzt) – kann also hinsichtlich des Urknalls keine Rolle spielen. Mindestens ist der sog. Urknall keine stärkere, als eine willentlich, zu bestimmtem Zeitpunkt ergriffene Option. (Und natürlich stellt sich die Frage, wer hier aus welchen Motiven die Option ergreift.) Hinzu kommt die hochgradige Unwahrscheinlichkeit der Entstehung menschlichen Lebens. Auf eine solch geringe Wahrscheinlichkeit hin würde kein gesunder Mensch auch nur den Mundwinkel verziehen.
Da die Entstehungsursache der Welt und des menschlichen Lebens auf ihr also offenkundig eine Sache der Metaphysik ist, ist es die Aufgabe verantwortlicher, denkender und fühlender Menschen, die fruchtbarste, sinnlichste und am meisten lebensstützende Metaphysik zu tradieren – das Christentum.

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Von rechts:
Die Gesellschaft des Vulgärmaterialismus´, der ungehemmten Plusmacherei, die Gesellschaft, die auf einen hedonistischen Multikulturalismus hinausläuft, ist unbedingt gegen utopische Gesellschaftsentwürfe von links zu verteidigen. Auch dann, wenn in diesen Gesellschaftsvorstellungen von ganz links sämtliche rechten Tugenden erhalten und gerettet werden. (Gehen Sie sie ruhig einmal durch.)

Von links:
Man ist dem Druck unterlegen, als Ideologiearbeiter genug Geld in die eigenen Taschen lenken zu müssen, um sich dann sorglos der Abschaffung derjenigen Gesellschaft widmen zu können, die einen reich gemacht hat.

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malen Sie sich halt schwarz an, wenn sie weiß sind bzw. wählen sie die Jackson-Methode, wenn Sie schwarz sind. Meine Verachtung für Ihre sog. Forschung, die nichts als westlicher Selbsthass ist, wird dadurch weder größer, noch geringer. Eine Disziplin hat sich natürlich vollständig diskreditiert, wenn die Zutrittsbedingungen zu ihr Unlogik und Farbenblindheit sind: „Mit Weißsein ist erst mal nicht die Hautfarbe bezeichnet“, meint eine besonders durchgeknallte Vertreterin.
Aber wenn Sie dann behaupten sollten, ihre Farbe sei – wenn man sie denn überhaupt definieren könne – ein helles Pink, gestatten Sie bitte, dass ich etwas schmunzle.

Ich jedenfalls mache mich jetzt auf den Weg zum kritischen Wetterforschungsinstitut. Auf dem Rückweg schaue ich bei den Atmungs-Dekonstruktivisten vorbei. Hoffentlich leben sie noch.

Heute mal „kritisch“,

Holger

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Es ginge alles ganz anders, im Grunde wüssten die Menschen das auch – so in unzähligen Variationen die Kritische Theorie von Marx bis heute (ein prominentes Beispiel: das Radiogespräch von Adorno mit Bloch). Sicherlich geht es anders. Und schlechter? Allemal.

Dass es anders geht, beweist die bürgerliche Demokratie tagtäglich. Sie schafft ab, baut neu, bessert aus – kurz: reformiert. Und dennoch muss sie die Menschen immer wieder mit Brecht vertrösten: „Es geht auch anders, doch so geht es auch.“

Wer aber will es ganz anders? Derjenige, der das Perfekte vergöttert. Seine „Versöhnung“, die sich spontan nach dem Tabula-Rasa-machen einstellen soll, ist da, wo nichts mehr ausscheren will, weil alles schon ideal ist.
Keine Sünde mehr, nirgendwo. Alles liegt starr und herrschaftsfrei auf dem Wasser. Und da bleibt es auch liegen. Wie unbarmherzig.

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