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Archive for April 2012

Immer noch ohne Waffen. In der Systemtheorie Luhmannscher Bauart sind bspw. Genuss, Existenz, Leiden, die religiöse „Erfahrung“ von Transzendenz, jenseits von Sinn. Beim Luhmann-Schüler Peter Fuchs erfahren wir: Natur ist das Sinnlose. Wohl wahr, wenn wir den Sinnbegriff der Theorie Sozialer Systeme zugrunde legen: Differenz von Aktualität und Möglichkeit. Wir beobachten sinnförmig, wenn wir mit dieser Differenz beobachten. Natur und die obigen Beobachtungsmöglichkeiten sind ein Hinweis darauf, dass Kommunikation und Bewusstsein (inkl. der entsprechenden Zurechnungen auf Personen) immer sinngebunden sind. Die Zurechner und Zugerechneten können aus Sinn nicht aussteigen, wenn sie kommunizieren oder geistig verarbeiten. Doch das, was einem geschieht, was sich -bspw. leiblich- aufdrängt, passiert nicht vor einem Horizont anderer Möglichkeiten – denken wir bspw. an starken Schmerz. Somit ist Natur wirklich das Unverfügbare – auch wenn das hier keine Hoffnung ist.

Das von der Systemtheorie zu Recht aus dem Sinnbereich Verbannte kann m.E. gut von Theorien der Weltweisheit, Theorien des guten und gelingenden Lebens bearbeitet werden – bspw. der Leib-Phänomenologie von Hermann Schmitz oder auch Gernot Böhme. Natürlich lässt sich aus dem Medium Sinn nicht grundsätzlich heraus springen; im kontemplativen Umgang mit dem Mond jedoch ist wenigstens der Anschlusszwang etwas gelockert. Man ist mit sich im Gespräch – hat aber auch „Ansprache“ von der Natur, die jedoch keine Erwiderung verlangt. Systemtheoretischer und phänomenologischer Befund kommen hier überein: „Der Mond ist ohne Sinn.“ (Seel, 46). Wenn die phänomenologische Methode dazu anhält, das als Wirklichkeit anzuerkennen, was sich unabweisbar in der Erfahrung aufdrängt (Böhme, 29), ist damit über hoch gestochene Probleme der Erkenntnistheorie nichts gesagt, wohl aber darüber, dass das Erleben von Orgasmen und blutenden Fingern nicht hinweg gedacht werden kann. Und selbstevident ist, dass die Tatsache, dass es Dinge gibt, über die nicht hinweg gegangen werden kann, nach Theorie schreit. Genussbeschreibung ist der Job avancierter Phänomenologie. Transzendenz-Deutung wird von der Religion übernommen. Diese Lebenswelt-nahen Theorien haben keine erkenntnistheoretischen Einsichten zum Inhalt (Phänomenologie ist nicht Genuss, Theologie nicht Religion), sondern sind Kunst-ähnlich. Sie tragen – immer auch erfindend – Sinn an Sinnloses heran und versuchen, dabei konsequent zu denken. Man muss sich hüten, sie als Deponie zu behandeln.

Seel, Martin: Eine Ästhetik der Natur, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1996
Böhme, Gernot: Atmosphäre, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1995

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Wir können die vielfältigen Motive unheilvollen Handelns nicht in ihrer Gänze kennen, also auch nicht würdigen. Mit Verzeihung setzt man sich somit am sichersten dem Irrtum nicht aus, behält am sichersten nicht Unrecht.
Wer darf zurechtweisen? Die Geistlichkeit und der Markt (beide erklären den Gehandelt-Habenden, was sie getan haben und dass sie getan haben, was vorbestimmt war).
Katholisch: Anti-esoterisch. Nichts musste aus irdischen Gründen so kommen wie es kam, nichts rollt ab, es gibt nichts erkennbar Vorbestimmtes, nur Glauben an das unerkennbar Vorbestimmte. Damit ist das ganz Andere auf Erden immer möglich. Die uneinsehbare Vorsehung ist Ermutigung zum Handeln, nicht seine Entmutigung. Und wenn alle das verinnerlicht haben, muss es fast so sein, dass jeder sich wenigstens einmal irrt und Verzeihung nötig hat, will er nicht in irdischen Dingen gänzlich passiv bleiben.

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Volk = Pöbel = Mob. Die Linke an sich? Nicht viel besser. So denkt man bei „konkret“. Auch große Teile der eigenen Leserschaft werden als durchaus „unter Niveau“ vorgestellt.
„konkret“, das heimliche Leitmedium der linken Republik (ja, schrecklich, schon wieder so eine Verschwörungstheorie) ist ein atemberaubend dummes Besserwisser-Blatt von Verschwörungstheoretikern, die Verschwörungstheoretiker kritisieren, weil sie der falschen Verschwörungstheorie anhängen.

Zusammen gehalten wird die Textproduktion durch einen Kult der Verdächtigung. Dem biologischen Alter nach erwachsene Menschen betreiben Recherche-Antifa gegen ihre gesamte Umwelt – auch die eigene Verwandtschaft, der sozial wirksame Bereich des öffentlichen Dienstes und die eigenen Kollegen werden nicht ausgespart. Man recherchiert einander hinterher und bekommt des öfteren heraus, dass Autor xyz in der Zeitschrift abc eigentlich nicht hätte schreiben dürfen, schließlich sei abc längst schon unheilbar deutsch. Überhaupt: Alles, was einem am eigenen Leben im hier und jetzt missfällt, gilt als – deutsch. Öffentlichkeitswirksame Proteste oder aber ihr Ausbleiben – in Deutschland ist alles deutschverseucht. Das Volk, der große Lümmel, kann es den Kritikern von „konkret“ nie recht machen, schert es sich doch einen feuchten Kehricht um den Demowegweiser, den „konkret“ ihm zur Verfügung stellt. Nicht um die Bezwingung Deutschlands, sondern um Sachverhalte des täglichen Lebens – bspw. den Ort eines Bahnhofs – ist es ihm zu tun. Und also wird übelgenommen.

Man muss einmal gelesen haben, wie kindlich sich die schreibenden Antideutschen freuen können, wenn sie wieder irgend einem durchschnittlichen Feuilletonisten nachgewiesen haben, dass er „kein deutsch kann“, nur weil ihm gerade wieder einmal ein Satz zu lang geworden ist. Die ganze Beckmesser-Brigade von „konkret“ ist in den großen Redaktionen dieses Landes nicht untergekommen und nimmt somit schon wieder übel. „Der Fuchs und die Trauben“ ist notgedrungen ihr Lebenskonzept. Nur dass die Trauben nicht nur sauer, sondern auch hochgiftig sein sollen. Glücklicherweise nimmt ihnen das von den Weinliebhabern niemand ab.

Hauptjob dieser Mainstreamantideutschen ist der Widerspruch.
Es ist gleichgültig, wieviele Megatonnen Dialektik (d.h. Unlogik) bei ihrem Geschäft verbraucht werden – die wächst ihnen immer wieder nach. Am deutschenfeindlichen Stammtisch dürfen die Themen nicht ausgehen – daher die Lust am geradezu gnatzigen sich-selbst und einander-Widersprechen. Diese Kumpane des Hinterzimmerbiertischs, die sich vor nichts mehr ekeln, haben gut gelernt, in Emotion zu machen. So wird also viel geschrien, geweint, auf den Tisch gehauen, es werden Türen geworfen und Freundschaften, die nie bestanden, endgültig gekündigt. Kein Schlager aus dem Psychotiker-Repertoire des Volksverhetzers bleibt unbenutzt. Im Rückblick ist es so unglaublich widerlich.

Wenn ihr jeweiliger Opponent die Stimme hebt, kommt man ihm mit Adorno: „Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend…“. Werden sie selbst ausfällig und ihr Gegenüber hat den Adorno-Trumpf gerade nicht auf der Hand, nennen sie es „Kritik im Handgemenge“ und schieben den Marx nach: „Die Kritik ist keine Leidenschaft des Kopfes, sie ist der Kopf der Leidenschaft.“

„An den rauhen Ton, der hier herrscht“ („konkret“ über „konkret“), gewöhnte man sich erschreckend schnell. Und schon bald konnte man neue Leute fürs Wahnsystem werben und ihnen den Unterschied zwischen der Judäischen Volksfront und der Volksfront von Judäa erklären.

Ein Orwellsches Paralleluniversum, bevölkert von abgewichsten Strategen, die alles sein wollen, nur keine „herkömmlichen“ Linken. Auf Veranstaltungen spielen sie mit dem Charme des unrasierten Bombenlegers und die wohlfrisierten Linkspartei-Schneckchen (emanzipatorischer Bauart!) fallen kompanieweise drauf rein.

Hoffen wir, dass uns der Ton nicht schon in Fleisch und Blut übergegangen ist und dass uns möglichst viele Dinge im Leben wichtiger sind, als Recht zu haben.

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„konkret“ zu lesen bedeutete, auf der Seite der Durchschauer zu stehen. Hier bekam man die Hintergrundinformationen geboten, die die interessegeleiteten Schmierfinken des Kapitals denen vorenthalten, die davon ohnehin „nicht wissen wollen“, weil sie sonst die schreckliche Wahrheit übers „falsche Ganze“ keinen Moment länger ertrügen. Die Autoren galten mir als atemberaubend gewitzt, aber auch ehrlich zornig, wenn es wieder einmal gegen dieses schreckliche Deutschland und seine Geistesgrößen ging. Pardon wurde nicht gegeben – wer Deutschland liebte, durfte auch von Kommasetzung keine Ahnung haben, hatte ein schreckliches Äußeres und war auch noch im Umgang entsetzlich unangenehm.
Als Autor dieses Heftes brauchte man keinerlei Sach-Ahnung von irgend einer Materie zu haben, um angesehene, respektable Wissenschaftler als Faschisten, Öko-Nazis, Krypto-Rassisten, weiße Herrenmenschen, „ganz normale Deutsche“ (seit Goldhagen ein Synonym für „Nazi“) zu „entlarven“. Ob Verhaltensforschung (Eibl-Eibesfeldt, Lorenz), Psychotherapie (Hellinger), Ökonomik (alle böse, außer Marx u. Nachf.), Orientalistik (Schimmel), Systemtheorie (Luhmann), Philosophie (Sloterdijk, Precht) – die Protagonisten denken entweder falsch (= nicht in der Art „Kritischer Theorie“) oder kennen die falschen Leute, sind also geistig kontaminiert, unterliegen einer Kontaktschuld.

Die Welt wäre nicht auszuhalten, doch glücklicherweise gibt es „konkret“, das die Machenschaften der Finsterlinge aller Länder aufdeckt. Doch halt: Der Terminus „Finsterling“ ist ja selbst schon wieder antisemitisch, habe ich bei „konkret“ gelernt – es hilft nichts: Kein anderer Begriff für die Bezeichnung des eigenen Tuns als „Kritik“ kann zugelassen werden. Zu ihr gehört, Mitbewerber auf dem Feld der Linken aus dem Rennen zu werfen. Diese Mitbewerber sind meistens „Verschwörungstheoretiker“ und man widmet sich ihnen mit Hingabe. Über die paradoxe Qualität einer Entlarvung von verschwörungstheoretischem Denken macht man sich bei „konkret“ natürlich keine Gedanken. Es genügt vollkommen, hier eine sprachliche Unebenheit, da einen Kommafehler, dort eine unsaubere Quelle aufzutreiben. Was für ein erbärmliches Geschäftsmodell.

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– so wirbt die linksradikale Publikumszeitschrift „konkret“. Ihr Werbespruch ist so unkritisch dämlich wie es „das etwas andere Restaurant“ ist. In diesem wie in jenem Fall weiß man sehr genau, was einen erwartet. Nämlich irgend etwas ganz kalkuliert Ausgefallenes. Ich bekam das Blatt am Anfang meines Studiums in die Hände und ich fand alle Autoren komplett verrückt. Hier hatte man´s schwer mit Marx und noch mehr mit Adorno. Und man beschimpfte einander in einer Tour. Warum nur? Wollten nicht alle dasselbe?
Glaubte ich etwas verstanden zu haben, stand im nächsten Heft das Gegenteil davon. Offensichtlich ging ich mit einem viel zu groben Raster an die „falsche Gesellschaft“ heran. Ich bekam verplättet, dass man die Kritische Theorie hoch halten und trotzdem ein Nazi sein konnte und dass irgendein bürgerliches Arschloch, das etwas Nettes über Marx gesagt hatte, ein viel besserer Kommunist sei, als der Autor des nächsten Artikels im Heft. Ah ja. Die linken Gutmenschen wie ich, die mit naivem Humanismus für dies und das eintraten, wurden von allen Autoren verachtet. Hier war man sich einig: – mit allen konnte sich die Gremliza-Connection arrangieren, nur nicht mit grünen Pfarrerstöchtern aus der Friedensbewegung und mit auf Verständigung bedachten Toleranzaposteln. Die stellte man wahlweise als subkulturell, viel zu lebensweltlich, als moralistische Einfaltspinsel oder aber elend bürgerlich, angekommen im „falschen Ganzen“ dar. Das konnte sich im feuilletonistischen Teil des Heftes bis auf das Erscheinungsbild erstrecken: Im einen Fall sah die Gutmenschenmasse zu spießig, im anderen zu abgerissen aus. Ein, zwei flapsige Bemerkungen über „Wursthaare“ und schon wieder war eine Kritik der Regression fertig. Überhaupt verfertigte man hier ausschließlich Kritik, Theorie galt und gilt als bäh – systemstabilisierend, abgeschlossen, bürgerlich-anmaßend. Nur Kritik, die aufs Ganze geht, und „ihren Gegner vernichten (will)“ (Marx), wird hier geduldet; bspw. eine Kritik der Friedensbewegung – und doch gibt es Nuancen: Einmal war ein Autor für, ein anderer gegen einen Krieg, sie zankten sich darum recht häufig, aber Einigkeit bestand darin, dass alle anderen Nazis waren. Von Zeit zu Zeit bringt man es nicht über sich, solange der Böse im Heft noch schreiben darf, mitzutun bei der großen linken Schmiere. Ist der Krieg dann vorbei, nimmt man „definitiv“ aufgekündigte Mitarbeiten wieder auf und macht so weiter, als ob nichts gewesen ist. Die ganze Chose geht von vorne los – Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

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heißt Vatti denken. Meine Lieblingsrechten protestierten schon im August 2008 gegen die Verlogenheit von SS-Günni, doch damals war er in der linken Republik ja noch der Gute. Da war er Auschwitz-Günter, antifaschistische Instanz. Die, die damals seinen schlichten Spruch auf Transparente pinselten, werden ihm jetzt eilfertig vorwerfen, er sei zur Rechten = Nazis gewechselt. Es wird Ihnen egal sein, dass er von Klaus Staeck und Wolfgang Gehrcke verteidigt wird – gewiss keine intelligenten Leute, aber doch in jedem Fall links. Sie werden nicht wahrhaben wollen, dass Grass geblieben ist, was er nach 45 durchgängig war – ein linker Pinscher. Ein verantwortungsloses Plappermaul, das unter dem Zwang der Intellektuellen steht: Zu allem und jedem etwas sagen zu müssen, nicht schweigen zu können/dürfen/wollen. Nicht einmal zu Mahmoud Ahmadinejad. Der taucht auch auf in seinem Gedicht und er kommt schlecht weg. Denn der iranische Präsident lässt es durchaus an friedenssicherndem Engagement fehlen. Schließlich ist er bloß „Maulheld“. Er tönt nur – statt zu schaffen. Wie Vatti damals in der SS-Division „Frundsberg“.

Grass ist ebenso wie die notorischen Berufsbetroffenen der linken Republik, die mit ihrem Engagement für krebskranke, hungernde Tiere in der 3. Welt den Tag herumbringen, durch nichts besonders qualifiziert zur Abgabe von Statements zur Weltpolitik – er schreibt halt einfach mittelmäßige Bücher vor sich hin. Aber jeder, der irgend etwas zwischen zwei Buchdeckel pressen lässt, gilt ja in dieser Republik als moralische Instanz, Mahner gegen das große Verhängnis. Und solange man sich von diesen „Mundwerksburschen“, die sich „für den ihnen fehlenden Zugang zu den Sachen durch Humanitarismus schadlos halten“ (A. Gehlen) zum Denken dummer Gedanken verleiten lässt, solange werden Grass & Co. die linke Republik mit Propagandamaterial versorgen können.

Stilfragen spielen dabei keine Rolle mehr: „Mit letzter Tinte“ schreibt er sein schludriges Propagandagedicht gegen Israel – das ist so äffisch, so läppisch, wie man nur links schreiben kann. Rechts wäre Beherrschung, Überwindung, links ist immer „Wut und Trauer“.

Dass der wirkmächtige Antisemitismus von links kommt und seine Quelle eben nicht im konservativen Weltbild hat, dass er für die Juden nur das Allerbeste will und natürlich mit Israel „verbunden“ ist (so wie Mörder und Mordopfer eben verbunden sind), davon wird die linke Republik nicht reden. Die älteren Feingeister werden sein Gedicht als Entgleisung des Geschmacks werten, die jüngeren Heißsporne der Recherche-Antifa haben längst Google angeworfen, um Connections von Grass zu „rechtsoffenen“ Gruppen heraus zu bekommen.

Dieses schlechte, ideologische Prosastück, das ein Gedicht sein will, weil Grass aus all seinem Tun Kunst gepresst sehen möchte, hat den einen und einzigen Zweck, dass Vatti nicht mehr als SS-Mann, sondern als „Überlebender“ wahrgenommen wird.
Als vom Therapeuten verordnete Anstrengung ist so etwas völlig in Ordnung. Nur leider müssen „Intellektuelle“ die Welt mit ihrem Gedankenmüll behelligen.

Das Gedicht von Günter Grass „Was gesagt werden muss“

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Seit April 2009 besteht dieser Blog. Seine Lebensdauer liegt jetzt schon weit über dem Durchschnitt aller Privatblogs. Das sagt nichts über seine Relevanz, befriedigt in der Gesellschaft der Quantifizierung aber immerhin die Eitelkeit seines Betreibers.
Der Vorteil niedriger Erwartungen ist, dass man vieles als Erfolg werten kann. Ja, ich bin immer wieder neu erstaunt darüber, dass dieser Blog gelingt. Mit drei, vier Leuten hat sich eine anhaltende Diskussion entwickelt – die hier gebrachte Mischung scheint manchem etwas zu bringen, um zum Jubiläum noch Goethe zu verwursten. Die Aufrufzahl ist im vergangenen Jahr noch einmal stark gestiegen; jetzt allerdings deutet sich eine Plateauphase an.

Mir fällt immer noch etwas ein/auf und ich bin durchaus zufrieden mit mir, gerade weil ich weiß, wie oft meine Form, das angeblich (?) Prätentiöse der Darstellung, belächelt wird.
Erneut möchte ich darauf hinweisen, dass ich weder willens noch fähig bin, hier konsistent quasi-wissenschaftliche Ausarbeitungen zur Gesellschaftstheorie zu liefern. Dieser Blog wird weiterhin auf dem Niveau eines Notizbuches angesiedelt sein. Einerseits soll hier gut phänomenologisch aus der genauen Schilderung von Beobachtungen und sinnlichen Erfahrungen Erkenntnis gezogen werden. Andererseits werden auch Deutungen geboten, die mir anlässlich bestimmter Alltagserlebnisse, einschließlich Lektüre, in den Kopf kommen. Wer das für peinlich, unangemessen oder Zeitverschwendung hält, bleibt eben weg.

Meine Texte dienen der Unterhaltung normaler Alltagsmenschen, die an ihrer Gesellschaft interessiert sind und auch schon mal das eine oder andere Theoriebuch gelesen haben. Ich wende einige Zeit dafür auf, dass diese Unterhaltung nicht geistlos wird. Doch allzu viel nun auch wieder nicht.

Die Auseinandersetzung mit der radikalen Linken wird fortgesetzt, noch bin ich mit ihr nicht fertig. Man kann eine Sache auch zu früh abschließen. Dass es bei mir besonders lange dauert, verwundert mich auch. Ich weiß, dass einige Leser abgesprungen sind, weil sie das Interesse an diesem Thema verloren haben. Ich kann es ihnen nicht verdenken.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine vor Jahren geführte Unterhaltung mit meinem Therapeuten: Ich klagte ihm mein Leid über die vielen dummen Menschen, die nicht nur mir, sondern auch sich selbst das Leben schwer vergällten, sie würden alles falsch machen, sie seien so elend unlogisch, miese Opportunisten und gleichzeitig schwach und fies. Und immer kämen sie mit dem Arsch an die Wand, während ich der sei, der die Zurechtweisungen einstecken müsse. Er nickte versonnen, schien sehr ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben. Und dann erwiderte er mir sanft, doch bestimmt: „Aber die können ja nicht alle zu mir kommen, Sie sind immerhin da.“

Und nun: Auf ein Neues!

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