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Posts Tagged ‘antideutsch’

„Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift.“

Karl Marx

Die heißblütigen Action-Helden der Antifa vornehmlich antideutscher Bauart hielten einem einst den ersten Teil vor, wenn man lieber über Profitraten reden wollte und den zweiten Teil, wenn man sich gegen weitere Adorno-Lektüre und lieber für den Besuch einer Anti-Hartz IV-Demonstration entschied. Ja, verzwickt ging’s zu damals. Doch das soll heute nur Aufhänger, nicht Thema sein.

Könnte es nicht sein, dass die Bereitschaft der linken Intellektuellen – im Grunde ist das doppeltgemoppelt: es gibt nur linke Intellektuelle, Menschen, die mit öffentlichem Nachdenken über anderer Leute Meinungen berühmt und wohlhabend werden; rechts ist man höchstens: Denker – könnte es also nicht sein, dass deren Bereitschaft, jede Art von Gewalt zu rechtfertigen, wenn sie nur irgendein (vermeintlich) Unterdrückter ausübt, damit zusammenhängt, dass sie geistigen Schöpfungen unmittelbar praktische Wirkungen zuschreiben? Jedes Buch im linken Kleinverlag: ein Angriff auf die Herrschaft und ein Schritt zum Umsturz der falschen Verhältnisse; jedes Gegröhle gegen Staat, Nation, Kapital: ein Puzzleteil der Revolution; jeder Spätaufgestandene und trotzdem Unglückliche beim Zeitschriftenlesen in irgendeinem Keller irgendeiner Selbstverwaltungsbude: Widerstand. Wenn sie zum Handeln aufrufen, meinen sie das Unterschreiben und seltener auch einmal das Verfassen eines Aufrufs.
Die Chose passt aber auch auf die Gegenseite: Labert irgendein Fußballproll rassistisch daher, ist er schuld an jedem einzelnen Naziübergriff, denn: Rassismus tötet.
Zu wessen Profession es gehört, Notwendigkeit und Effekt eigener Äußerungen im öffentlichen Raum dauernd zu überschätzen, der ist im Gegenzug wohl bereit, Äußerungen der Gegner sofort für Kampfhandlungen zu halten. Es wird einfach kein Unterschied zwischen Reden und Töten mehr gemacht.

Doch auch die Gegenfahrbahn wird gern benutzt: Irgendein Mord irgendeines Fundamentalisten ist dem Intellektuellen dann nicht in erster Linie die gewaltsame Beendigung eines Menschenlebens, sondern Ausdruck von xyz auf der Seite des Mörders. Der hat sich dann eben nur mit seinen Mitteln in die Diskussion eingebracht – weil er anders nicht gehört wird, weil die Herrschaft des abc das verhindert, weil seine Verzweiflung zu stark geworden ist, weil er keine ausreichende Schulbildung hatte …

Ob nun Bücher und Gerede zu realer Tat hochgekocht, Prügeleien und Mordanschläge zu Meinungsäußerung heruntergekocht werden: In beiden Fällen wird die Welt nur noch als Tummelplatz der Rechthaberei behandelt, nicht als Schlachtfeld – alles ist hier Diskurs, zwar nicht gerade herrschaftsfrei, aber immerhin.

Der linke Umbau der Gesellschaft ist alternativlos im Merkelschen Sinne geworden, d.h.: irreversibel. Das Wort ist unmittelbare Tat, die Tat, spätestens seit dem linguistic turn, unmittelbar Wort geworden. Systemtheorie reagiert nur darauf, ihr ist kein Vorwurf zu machen.

Marx, Karl: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

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Da wird ein junger Deutscher von einer türkischen Gang ins Koma getreten.
Was veranstaltet der Ort Kirchweyhe, in dem das geschehen ist? Eine Mahnwache im Stil der üblichen Gegen-Rechts-Veranstaltungen – „Weyhe ist bunt, nicht braun“; es fehlt auch nicht der übliche Emo-Trash, den diese Betroffenheitsbagage so liebt – es wird mit bunten Zetteln gewedelt. Ein runder Tisch gegen Rechts steht kurz vor der Einberufung.
Das ist auf eine Weise schäbig, dass einem die Spucke wegbleibt. Ein ganz unpolitischer Mann ist Opfer der geballten Pöbelwut migrantischer Jungmänner geworden – nein, die Herkunft ist nicht unerheblich. Der Zusammenhalt dieser Meute (Leute herbei telefonieren, mit Brüdern und Cousins drohen, rabiat raumnehmend auftreten, immer mit der selben Masche provozieren) trägt ethnischen Stolz gegen Opferdeutsche selbstbewusst zur Schau. Die Täter wollen ethnisch wahrgenommen werden – u.a. deswegen verhalten sie sich so.

In den Pressemeldungen wird penetrant die Streitschlichterhaltung des Getöteten betont – so, als hätte eine Art Streitschlichterfeindlichkeit auf der Gegenseite geherrscht.
Die linke Republik, die sonst alles und jeden politisiert, der ihr nicht in den Kram passt, macht auf klare Sachte. Tragisch, tragisch das alles, aber nur ja jetzt nichts den Rechten überlassen.
Man stelle sich vor: Eine Horde ostdeutscher Widerlinge mit Kurzhaarfrisuren, in Thor-Steinar-Klamotten und schweren Schuhen pöbelt in einer Straßenbahn einen Menschen dunkler Hautfarbe an. Nach kurzem Wortgefecht wird der Mann zusammengeschlagen. Die Horde zieht jolend ab. Naziparolen werden nicht gerufen.
Ist auch nur denkbar, dass hinterher von tragischem Zwischenfall gesprochen und wieder und wieder ermahnt würde, die Tat nur ja nicht zu politisieren, schließlich hätte es ja jedem passieren können; auf keinen Fall sei zu verallgemeinern oder auch von einem bestimmten Kleidungsstil auf irgendeine Gesinnung zu schließen?

In Kirchweyhe ist das Gedenken „still“, ein Zeichen gegen Gewalt soll gesetzt werden. Von Wut und Trauer, gar Widerstand wird nicht die Rede sein. Die werden nur mobilisiert, wenn es gegen Drecksdeutsche geht, Opfer eben…

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Neulich (oder vor vielen Jahren? Ach, was ändert sich da schon…) äußerte sich ein psychisch recht instabiler Vertreter des antideutschen Spektrums in seiner Rede mehrfach über Kräfteverhältnisse:
Die anderen auf der Gegenseite seien lächerliche 20 Mann gewesen, lustig sei es gewesen, diese krakeelen zu hören, doch gegen die eigene Aktion seien diese Dummköpfe nicht angekommen. Ein paar Sätze später wird heroisch der eigene Widerstand beschworen: Auch wenn es nur 20 Mann seien, solle man die erwähnte Schweinerei nicht unbeantwortet lassen und gefälligst dies und das (Kundgebung, Demo, Blockade…) organisieren. Und er konnte das ganze auch andersrum: Keinen Hund hätten die anderen mit ihrem Kram hinterm Ofen hervor gelockt. Schließlich seien die meisten Leute ja nicht blöd. Aber auch: Die eigene Aktion war ein voller Erfolg, eben gerade weil sie so gar nicht massenkompatibel gewesen sei; wären mehr Teilnehmer gekommen, hätte man sich schon Gedanken über den eigenen Anspruch machen müssen.

Der Gegner ist stark und schwach, man selbst ist stark und schwach. Bei uns sind Stärke und Schwäche gut, beim Gegner sind Stärke und Schwäche schlecht. Das ist doch nicht einmal mehr durch Dialektik gedeckt, oder? Was ist hier los?

Lassen wir mal den Günter Maschke antworten, Renegaten haben ja meistens den Finger drauf: „Es zeichnet totalitäre Verfolgungssucht aus, den Gegner als erbärmlich schwach und zugleich als ungeheuer gefährlich darzustellen.“ (20)

Aktuell trifft es die „Identitären“, deren Zugehörige unglaublich gefährlich und doch bloß ein paar jungsche Hanseln sein sollen, die außer Herumhampeln nicht viel auf die Reihe kriegen. Sie teilen mit ihren Altersgenossen die Liebe zu dummer Musik, setzen sich Masken auf und stören in Kurzaktionen linke bzw. zivilgesellschaftliche Veranstaltungen. Für Otto Normalantifa sind sie gefährliche Nazis, pubertäre Spinner, schockierende Tänzer, professionelle Dilettanten, viel gefährlicher als die oldschool-Nazis der Freien Kräfte und absolut nicht ernstzunehmen.

Vielleicht kann man Maschke verallgemeinern: Die Unlogik selbst als Indiz für unbedingtes Rechthaben-Wollen zeigt den Totalitarismus – komme ich mit einer Einschätzung nicht durch, versuche ich’s mit deren Negation. Es ist wie in dem schönen Satz von Peter Hacks, der eine Protagonistin sagen lässt: „Erstens ist alles gar nicht wahr und zweitens petzt man nicht.“

Maschke, Günter: Der Tod des Carl Schmitt: Apologie und Polemik. Karolinger, Wien 1987

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Für immer soll sie bleiben – bis dass der Tod uns scheidet. Keine Entwicklung, nichts anderes – so wie es ist, ist es schön. Nein, nicht umziehen. Nichts ganz Verrücktes. Nicht neu orientieren. Nicht ganz von vorne. Nicht auf sich allein gestellt. Nicht ausbrechen. Einfach nur: „Immer dasselbe“ (Heidegger). Glück statt Rausch. Kein Widerstreit der Interessen, sondern „eine Sache um ihrer selbst Willen“ (Wagner).
Deutsch? Mag sein. Und schön.

Auch die Idee der Nachhaltigkeit gehört auf diese Ebene, soviel ist den Moderne-Kaspern aus der „emanzipatorischen“ Ecke zuzugeben: Was heute ist, soll grundsätzlich auch morgen sein. Das ökologische Bedürfnis ist nicht links, emanzipatorisch schon gar nicht, sondern eher schwer bindungsorientiert. Eine konservative Entdeckung, Heimatschutz.

Doch soll sich gar nichts verändern? Hören wir Markus 11,24:
„Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“
In einer noch krasseren Version habe ich es in der Messe gehört: „Bittet um das, was ihr schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“
Was ist gemeint? Kein diskretes Gut, sondern ein Strom: Das, was ich heute schon habe, soll auch morgen wieder kommen (nicht: immer noch unverändert da sein). Die Bitte an den Höchsten ist somit nicht falsch adressiert: Die Rechtsordnung schützt, was wir haben, doch ER ist der, der für morgen zuständig ist, wir können uns nur heute durchwursteln; ER hält uns im Gleichgewicht und sorgt für den „Durchzug der Elemente“ (Paracelsus), für die Idee des Wirtschaftens, Haus- und Maßhaltens mit dem, was notwendig ist.

Die Aufregung, der Exzess, das Bunte und kreativ Chaotische machen kaputt, was das Leben jenseits der tobenden Umwälzung durch Kapital und Fortschritt sein könnte: Liebe, Sinnlichkeit, „sich versenken in die Phänomene“ (Adorno, nicht Heidegger).

Adorno, Theodor W., Negative Dialektik, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1975

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Es gibt keine Alternative zu den Abläufen am nächsten Tag – zu Aufstehen, Essenbeschaffung, Essen und Ruhen, zum Tätigsein für Andere, zur Sicherung des Eigenen, kurz: zum Aufrechterhalten all dessen was macht, dass das Leben auch am nächsten Tag stattfinden kann. So kann man auch Heideggers Bemerkung auf Hannah Arendts Frage verstehen: “Was ich mache? Immer das Selbe.” Er meint: Was bleibt mir übrig? Das Leben will geführt werden.

Ewige Wiederkehr des deutschen Wahns, glaubte eine kritisch-theoretisch verhetzte Linke interpretieren zu müssen und bemäntelt damit doch nur ihre pubertäre Teddy-Begeisterung für Bruch, Riss und Negation.
Das „ganz Andere“ ist der Tod.

Wie schön aber ist es, wenn die Liebenden auch morgen noch beisammen sind, wenn auch morgen die Sonne aufgeht, wenn Musik erklingt, wenn einen auf Arbeit und in der Kneipe dieselben Leute bei gleichbleibend guter Gesundheit begrüßen und unsere Bitte immer wieder gehört wird:
„Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld.“

Denn: Wenn es morgen kracht und es im Dienste der Menschheitsbefreiung zunächst keine medizinische Versorgung, keine Polizei, keine Umweltstandards und gefüllten Supermärkte mehr gibt, sondern lediglich das Entzücken über den Anbruch des „ganz Anderen“, dann werden das am Besten die Jungen, Starken, Gewitzten verkraften, die Männer, nicht die Frauen, die Schläger, nicht die Behinderten, die Schönen, nicht die Entstellten. Kurz: Das Personal jeder faschistischen oder kommunistischen Massenbewegung.

Das hätte ich in diesem Blog schon x-mal gesagt? Mag sein. – „Was ich mache? Immer das Selbe.“

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Vor einiger Zeit verstarb der wertkritische Publizist Robert Kurz. Bekannt wurde er v.a. durch seine Bücher „Der Kollaps der Modernisierung“ und „Schwarzbuch Kapitalismus – Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft“. Die von ihm maßgeblich mitbegründete Theorie – eine Kritik der Grundkategorien des Kapitalismus: Arbeit, Wert, Ware, Geld, Staat, die in einer Zusammenbruchstheorie kulminiert – wurde lange Zeit durch die „Gruppe Krisis“, später dann durch das Projekt „EXIT“ ausgearbeitet.
Sein Hauptanliegen war m.E. das Auf- und Durcharbeiten. Er hatte die Vorstellung, dass jeder Blödsinn auf der Seite der Linken Verwesungsprodukt ihrer Geschichte sei. Deshalb gelte es, die alten Texte neu zu sichten, kritisch zu durchleuchten und alles, was vor der Kategorialkritik nicht bestehen kann, ohne Sentimentalität abzuräumen. Der Weg sollte frei sein für eine Linke, die aus ihrer Geschichte gelernt hat. Mir hat diese Haltung sehr gefallen.

Ich kannte Robert Kurz von einigen Seminaren, wir haben einige Male mit einander gesprochen. Zwei meiner Texte hat er mir bei solchen Gelegenheiten in Grund und Boden kritisiert und das durchaus zu Recht.

Aufgewühlt hat ihn der Clash mit den Antideutschen. Kurz hat hier publizistisch gewütet und er hat – wie so oft – Recht behalten. Die meisten seiner schlimmen Übertreibungen, über die wir damals den Kopf schüttelten, wurden von der Realität wahr gemacht. Die Erbärmlichkeit der Adorno-traurigen, kunstsinnigen und doch so kriegslüsternen Jünglinge kannte keine Grenzen. Mir bog später die menschliche Niedertracht der Leipziger Ableger, einer Kamarilla, die nichts konnte, außer Adorno, die nicht wusste und wissen wollte, was eine Leistungsbilanz ist und was an Börsen passiert, bei, was von der „antideutschen Ideologie“ zu halten ist.
Kurz hat den antideutschen Wahnsinn früh karikiert und mit aller Wucht dagegen angeschrieben. Zu früh und zu einseitig, wie er einige Zeit später zugab: Der Anti-Imperialismus hätte zum selben Zeitpunkt und mindestens mit der selben Intensität gezüchtigt werden müssen. Er hat das später mit der ihm eigenen Sprachgewalt nachgeholt.
Nun sind die Antideutschen überflüssig geworden: Ihr Deutschenhass hat sich in den bundesrepublikanischen Mainstream eingegliedert. Die Linkspartei wird israelsolidarisch, ihre jüngeren Mitglieder haben´s ganz entschieden mit Luxus, Glitter, Hedonismus – deutsche Gründlichkeit und Tiefe haben abgewirtschaftet und mit ihnen die Anstrengung des Lesens und gründlichen Durcharbeitens. Weder Mainstream- noch Restlinke wollen die harten Fakten zu Gesicht bekommen, sich mit Wirtschaftsdaten beschäftigen, mit Einwanderungszahlen belasten.

Nahezu nichts hat seine Kritik ausgespart – auch nicht die Wertkritik. Immer wieder kritisierten er und seine Mitstreiter frühere Positionen, berichtigten, verwarfen, bauten Neues ein – so bspw. das Wert-Abspaltung-Theorem von Roswitha Scholz. Als seine Gruppe drohte, lebensphilosophisch-gefühlige Alltagsbegleitung für konsumkritische Gut-Linke zu liefern, zog er die Notbremse und rief „EXIT“ ins Leben – es sollte wieder näher heran gehen an die Kritische Theorie.
In Gesprächen hat er zuletzt Vorbehalte sogar gegen das „Manifest gegen die Arbeit“ geäußert. Man habe da fast offene Türen eingerannt. Arbeitskritik verkäme heute immer mehr zur theoretischen Aufhübschung eigener Faulheit. Jedes Feuilleton sei ja heute „arbeitskritisch“. Eine befreite Gesellschaft aber würde sowohl Muße, als auch konzentrierteste Anstrengung kennen.

Ich sagte „nahezu“:
Zwar nahm er die Linke „mit eingeschränkter Alltagskompetenz“ unter Dauerbeschuss, doch er wollte immer ein Linker bleiben. Soviele grundlegende Differenzen in der Aufklärungskritik auch destruiert wurden, sowenig irgendeine herrschende gesellschaftliche Kategorie als überzeitlich anerkannt wurde – die Differenz links/rechts schien in Stein gemeißelt. Dabei war doch gerade sie offen erkennbar ein historisch junges Produkt. Kurz hätte sich mit Klauen und Zähnen dagegen gewehrt, dass es auf der Seite der Rechten für das Verständnis der gegenwärtigen Gesellschaft etwas zu holen gäbe. Diese Aufgabe müssen nun andere erledigen.

Robert Kurz war ein knarziger Rabauke, der noch die heißblütigsten Youngsters in die Tasche steckte – in der Leidenschaft der Kritik, wie beim Saufen. Und er war – auch wenn er das nicht gern hören würde – so etwas wie ein Grandseigneur des Geistes. Er gebot souverän über die hohe Philosophie, wie über die Niederungen der Volkswirtschaftslehre. Seine Kritik war bei aller Härte kein persönliches Runtermachen, sondern vom Bestreben geleitet, das Richtige siegen zu sehen.

Am Ende – die Linke. Es gibt nun keinen mehr, der auf sie aufpasst. All überall Sternchen, Glitter, 1 Milliarde Geschlechter und die Gier nach einem anstrengungslosen Leben auf anderer Leute Kosten. Alles wird Linkspartei, Klassenkampf oder Bellizismus – in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen.

Robert Kurz ist tot. Was für ein Verlust.

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Volk = Pöbel = Mob. Die Linke an sich? Nicht viel besser. So denkt man bei „konkret“. Auch große Teile der eigenen Leserschaft werden als durchaus „unter Niveau“ vorgestellt.
„konkret“, das heimliche Leitmedium der linken Republik (ja, schrecklich, schon wieder so eine Verschwörungstheorie) ist ein atemberaubend dummes Besserwisser-Blatt von Verschwörungstheoretikern, die Verschwörungstheoretiker kritisieren, weil sie der falschen Verschwörungstheorie anhängen.

Zusammen gehalten wird die Textproduktion durch einen Kult der Verdächtigung. Dem biologischen Alter nach erwachsene Menschen betreiben Recherche-Antifa gegen ihre gesamte Umwelt – auch die eigene Verwandtschaft, der sozial wirksame Bereich des öffentlichen Dienstes und die eigenen Kollegen werden nicht ausgespart. Man recherchiert einander hinterher und bekommt des öfteren heraus, dass Autor xyz in der Zeitschrift abc eigentlich nicht hätte schreiben dürfen, schließlich sei abc längst schon unheilbar deutsch. Überhaupt: Alles, was einem am eigenen Leben im hier und jetzt missfällt, gilt als – deutsch. Öffentlichkeitswirksame Proteste oder aber ihr Ausbleiben – in Deutschland ist alles deutschverseucht. Das Volk, der große Lümmel, kann es den Kritikern von „konkret“ nie recht machen, schert es sich doch einen feuchten Kehricht um den Demowegweiser, den „konkret“ ihm zur Verfügung stellt. Nicht um die Bezwingung Deutschlands, sondern um Sachverhalte des täglichen Lebens – bspw. den Ort eines Bahnhofs – ist es ihm zu tun. Und also wird übelgenommen.

Man muss einmal gelesen haben, wie kindlich sich die schreibenden Antideutschen freuen können, wenn sie wieder irgend einem durchschnittlichen Feuilletonisten nachgewiesen haben, dass er „kein deutsch kann“, nur weil ihm gerade wieder einmal ein Satz zu lang geworden ist. Die ganze Beckmesser-Brigade von „konkret“ ist in den großen Redaktionen dieses Landes nicht untergekommen und nimmt somit schon wieder übel. „Der Fuchs und die Trauben“ ist notgedrungen ihr Lebenskonzept. Nur dass die Trauben nicht nur sauer, sondern auch hochgiftig sein sollen. Glücklicherweise nimmt ihnen das von den Weinliebhabern niemand ab.

Hauptjob dieser Mainstreamantideutschen ist der Widerspruch.
Es ist gleichgültig, wieviele Megatonnen Dialektik (d.h. Unlogik) bei ihrem Geschäft verbraucht werden – die wächst ihnen immer wieder nach. Am deutschenfeindlichen Stammtisch dürfen die Themen nicht ausgehen – daher die Lust am geradezu gnatzigen sich-selbst und einander-Widersprechen. Diese Kumpane des Hinterzimmerbiertischs, die sich vor nichts mehr ekeln, haben gut gelernt, in Emotion zu machen. So wird also viel geschrien, geweint, auf den Tisch gehauen, es werden Türen geworfen und Freundschaften, die nie bestanden, endgültig gekündigt. Kein Schlager aus dem Psychotiker-Repertoire des Volksverhetzers bleibt unbenutzt. Im Rückblick ist es so unglaublich widerlich.

Wenn ihr jeweiliger Opponent die Stimme hebt, kommt man ihm mit Adorno: „Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend…“. Werden sie selbst ausfällig und ihr Gegenüber hat den Adorno-Trumpf gerade nicht auf der Hand, nennen sie es „Kritik im Handgemenge“ und schieben den Marx nach: „Die Kritik ist keine Leidenschaft des Kopfes, sie ist der Kopf der Leidenschaft.“

„An den rauhen Ton, der hier herrscht“ („konkret“ über „konkret“), gewöhnte man sich erschreckend schnell. Und schon bald konnte man neue Leute fürs Wahnsystem werben und ihnen den Unterschied zwischen der Judäischen Volksfront und der Volksfront von Judäa erklären.

Ein Orwellsches Paralleluniversum, bevölkert von abgewichsten Strategen, die alles sein wollen, nur keine „herkömmlichen“ Linken. Auf Veranstaltungen spielen sie mit dem Charme des unrasierten Bombenlegers und die wohlfrisierten Linkspartei-Schneckchen (emanzipatorischer Bauart!) fallen kompanieweise drauf rein.

Hoffen wir, dass uns der Ton nicht schon in Fleisch und Blut übergegangen ist und dass uns möglichst viele Dinge im Leben wichtiger sind, als Recht zu haben.

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