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Posts Tagged ‘Antisemitismus’

Man darf diesen Gedanken in diesem Land nicht vorbringen, er findet sich auch in keinem Feuilleton, kein Musikwissenschaftler traut sich, ihn zu äußern. Unreflektiertes Feiern überall.
„Zitternd vor Kühnheit“ möchte ich ihn dennoch aussprechen:

Der Antisemitismus Wagners lässt sich nicht von seiner Musik trennen.

Das ganze Land schwelgt in Walkürenritten, ventiliert Leitmotivtechnik und Tristanakkord – doch: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Vom NS will man in diesem Staat ja nichts mehr hören, da soll wenigstens eine Stimme Einspruch erheben:

Wagner war ein Antisemit.

Mir ist klar, dass jetzt ein Sturm der Entrüstung losbricht. Gerade jetzt: Wehret den Anfängen!

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Hier nun der angekündigte Vorschlag für das effektive Heranziehen der Spekulation zur Schaffung von gesellschaftlich Gewünschtem. Er beruht auf etwas, was man „Realersatz“ nennen könnte, wenn nicht das schweizerische Recht diesen Begriff schon belegt hätte: als Ersatz eines Gutes, bspw. einer Waldfläche durch ein ähnliches Gut, also etwa eine ähnlich ausgestattete Fläche.

Wir waren davon ausgegangen, dass die naive Rede vom „politischen Willen“ zur Umverteilung, an dessen Fehlen allein es liege, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer würden – ebenso wie beim Mindestlohn – nicht berücksichtigen könne, dass die Erhöhung von Zahlungen an eine Gruppe anderen etwas weg nimmt, über die Erhöhung der Geldmenge wenigstens am beschaffbaren Realreichtum leckt (so viel Monetarismus muss sein) oder auch Rückverteilungen an die eigentlich zu Schröpfenden veranlasst. Der Kompensation für Finanzoperationen ist der Gebrauchswert nicht äußerlich.

Würde man Finanzmarktakteuren im Gegenzug für bestimmte Operationen mit einer bestimmten Menge Geldes konkrete Verpflichtungen aufbürden (bspw. ein bestimmtes regionales Entwicklungshilfeprojekt durchzuführen), wäre man diese Schwierigkeit los. Jeder spekulative Transfer zöge eine Realverbesserung nach sich. Vorstellbar wäre, eine Liste von (durch eine internationale Agentur unter Mitwirkung branchenkennender NGOs) zertifizierten Projektplanungen (inkl. Zeitmanagement) zu führen. Auf dieser müssten sich die Akteure ihr Lieblingsprojekt heraussuchen und an ihm im Maße der Höhe ihrer bewegten Summe mitwirken. So würde also ein praktischer Nutzen direkt erreicht, die Möglichkeit, sich loszukaufen oder an Scheinprojekten mitzuwirken wäre minimiert. Und: Niemand könnte Spekulanten ein schlechtes Gewissen einreden, denn sie wären in der Tat nicht nur Wächter des Marktes, sondern auch Realproduzenten.
Es ergeben sich Probleme, bspw. dieses: Die Spekulation ist heute so massenhaft, dass sich nicht für jede Transaktion ein sinnvolles Kompensationsprojekt fände, mithin würde durch das Unterlassen dieser Transaktion Liquidität aus dem Markt verschwinden und dieser erst recht instabil.
Das mag sein, doch könnte man ja für geringe Beträge ein minimale Tobin-Tax erheben, während erst ab einem bestimmten höheren Betrag „Realersatz“ (besser: Qualitativersatz) fällig wäre.

Zur Rechtfertigung dieser Schrulligkeit eines Quacksalbers am Krankenbett des Kapitalismus´ heute mal kein Benedikt-Zitat, sondern etwas, was bei Gesellschaftskritikers eigentlich ankommen müsste – Horkheimer:

Sei mißtrauisch gegen den, der behauptet, daß man entweder nur dem großen Ganzen oder überhaupt nicht helfen könne. Es ist die Lebenslüge derer, die in der Wirklichkeit nicht helfen wollen und die sich vor der Verpflichtung im einzelnen bestimmten Fall auf die große Theorie herausreden. Sie rationalisieren ihre Unmenschlichkeit.

Horkheimer, Max: Dämmerung, in: Schriften 2, Frankfurt am Main 1987, S. 341

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Ein Evergreen links-emanzipatorischer Kritik am bösen Reformismus ist die Verhöhnung der Finanztransaktionssteuer, früher Tobin-Tax genannt.

Die Steuer bringe überhaupt nichts, so der Tenor von Linksaußenrevoluzzern über die marxistische Wertkritik bis hin zur neoliberalen Ökonomik.
Es ginge in der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus nun mal um das Stocken der Wertverwertung; nicht Börsenzockerei sei das Problem, sondern mangelnde Arbeitsquantenaufhäufung auf dem gesellschaftlich gesetzten Produktivitätsniveau. Bestenfalls naiv, schlimmstenfalls brandgefährlich sei, mit Vorschlägen zur Besteuerung von Finanztransaktionen vermeintlich unproblematisch Reichtum abschöpfen und diesen gewünschten Verwendungen zuleiten zu wollen. Ehe das System der abstrakten Reichtumsproduktion nicht abgeschafft sei, würde sich auch nichts an den schlechten Verhältnissen ändern. Nicht das Tun der Spekulanten sei schuld an der Misere.

Ok, das sicher nicht. Aber doch wohl ist die Dynamik, die durch die Spekulation gesetzt ist, ein wesentlicher Krisentreiber. Und deswegen braucht es eine weltweite Bewegung gegen die totale Spekulation und für eine konkrete Reichtumsabschöpfung.

Nein, ganz und gar nicht, wird uns eingewendet. Denn die ganze Vorstellung sei reiner Zirkulationismus, der die auf dem Wert beruhende, also kapitalistische, Produktionsweise selbst nicht antaste. Das Geld und dessen Verteilung hielten wir für schuld, wo es doch offenkundig im Gebälk der Produktionsweise selbst knirsche. Und woher denn die ganzen Massen anlagewilligen Geldes so kämen, wenn nur die Verteilung und nicht die Produktion des Reichtums das Problem wäre, na…?!

Nun gut, auch das zugestanden, so bliebe mindestens doch das sozialreformerische Potenzial der Steuer bestehen. Man könnte Dinge fördern, die zuvor eben so gar nichts vom Kuchen abbekommen hätten.
Als Zugabe für meinen Opponenten hier noch ein Argument für ihn: Die Tobin-Steuer agiert – logisch – auf der Finanzseite. Bekommt der Staat so Geld in die Hand, ist nicht ausgeschlossen, dass über die Entlastung des Staatshaushaltes ein großer Teil davon genau an diejenigen zurück fließt, in deren Tun man mäßigend eingreifen wollte.

Demnächst ein Vorschlag für das Anzapfen der Spekulation jenseits purer (und damit immer: missbrauchbarer) staatlicher Umverteilung. Dieser wird gleichzeitig den Vorteil haben, ohne Ressentiment gegen Spekulanten auszukommen und nicht der Illusion des „Geld ist genug da“ aufzusitzen.

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So sehr beim Oberfrankfurter das Ganze das Unwahre sein soll – ich bitte, wenigstens diesmal sich die Belehrung zu sparen, dass sich das auf Hegel bezieht, ich weiß das jetzt seit einigen Jahrzehnten – so wenig will man darauf verzichten, das „Ganze“ noch der popligsten Alltagsüberlegung zugrunde zu legen. Man ist besessen vom „Unwahren“.

Fangen wir mit dem schlimmsten an.
Zinskritik? Reiner Antisemitismus. Von der Sache braucht man keine Ahnung zu haben, wenn man das Schlagwort von der „Brechung der Zinsknechtschaft“ drauf hat. Es braucht keinerlei Kenntnisse über Realzins oder die Rentabilität von Investitionen, solange das Publikum sich mit Gewäsch über die „Verwertung des Werts“ abspeisen lässt. Von dem weiß man zwar immer noch nicht, was er ist. Doch als Totschlagargument taugt er allemal.

Weiters: Eine Finanztransaktionssteuer hilft gar nichts. (Die kritische Kritik kämpft sich erst gar nicht zur ökonomischen Kritik einer solchen Steuer vor, kann und will also auch keine Vorschläge für deren wirksame Ausgestaltung machen.) Denn es ändert sich ja nichts an den Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft, also all dem, was dem linksradikalen Dolce far niente in die Quere kommt.

Ebenso klar: Konsumkritik ist absolut der falsche Weg. Und: Engagement im Naturschutz ohne Kritische Theorie führt geradewegs zum Ökofaschismus. Immer droht die Liebe zum Natürlichen. Die haben wir schließlich überwunden. All unsere Bands, unsere Essgewohnheiten und Umgangsweisen sind mitnichten natürlich. Und wer will schon entscheiden, was Menschen zuträglich ist? Solange das nicht ausgemacht ist, fordern wir selbstverständlich: Luxus für alle!
Kein Gedanke daran, dass es auch die emanzipatorischen Luxusbedürfnisse, die Sucht nach immer neuem elektronischen Spielzeug sein könnten, die mit der Arbeitshetze im Zusammenhang stehen. Die beklagt man zwar tränenreich auf Veranstaltungen, doch solange Vater Staat und leibliche Mutti die Kohle rüberreichen, gilt: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

All das, was nicht auf Umsturz, das ganz Andere hinaus läuft, ist „verkürzte Kapitalismuskritik“ – diese Dummformel für alle, die nie sich selbst für schuld halten und diese Position damit erkaufen wollen, dass auch niemand sonst schuld sein soll. In die Welt gesetzt von Frankfurter Professoren, die aber wenigstens noch gespürt haben, dass zwischen ihrem Gehalt und dem Hass auf die Gesellschaft, die es ihnen gibt, ein gewisser Widerspruch besteht.

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heißt Vatti denken. Meine Lieblingsrechten protestierten schon im August 2008 gegen die Verlogenheit von SS-Günni, doch damals war er in der linken Republik ja noch der Gute. Da war er Auschwitz-Günter, antifaschistische Instanz. Die, die damals seinen schlichten Spruch auf Transparente pinselten, werden ihm jetzt eilfertig vorwerfen, er sei zur Rechten = Nazis gewechselt. Es wird Ihnen egal sein, dass er von Klaus Staeck und Wolfgang Gehrcke verteidigt wird – gewiss keine intelligenten Leute, aber doch in jedem Fall links. Sie werden nicht wahrhaben wollen, dass Grass geblieben ist, was er nach 45 durchgängig war – ein linker Pinscher. Ein verantwortungsloses Plappermaul, das unter dem Zwang der Intellektuellen steht: Zu allem und jedem etwas sagen zu müssen, nicht schweigen zu können/dürfen/wollen. Nicht einmal zu Mahmoud Ahmadinejad. Der taucht auch auf in seinem Gedicht und er kommt schlecht weg. Denn der iranische Präsident lässt es durchaus an friedenssicherndem Engagement fehlen. Schließlich ist er bloß „Maulheld“. Er tönt nur – statt zu schaffen. Wie Vatti damals in der SS-Division „Frundsberg“.

Grass ist ebenso wie die notorischen Berufsbetroffenen der linken Republik, die mit ihrem Engagement für krebskranke, hungernde Tiere in der 3. Welt den Tag herumbringen, durch nichts besonders qualifiziert zur Abgabe von Statements zur Weltpolitik – er schreibt halt einfach mittelmäßige Bücher vor sich hin. Aber jeder, der irgend etwas zwischen zwei Buchdeckel pressen lässt, gilt ja in dieser Republik als moralische Instanz, Mahner gegen das große Verhängnis. Und solange man sich von diesen „Mundwerksburschen“, die sich „für den ihnen fehlenden Zugang zu den Sachen durch Humanitarismus schadlos halten“ (A. Gehlen) zum Denken dummer Gedanken verleiten lässt, solange werden Grass & Co. die linke Republik mit Propagandamaterial versorgen können.

Stilfragen spielen dabei keine Rolle mehr: „Mit letzter Tinte“ schreibt er sein schludriges Propagandagedicht gegen Israel – das ist so äffisch, so läppisch, wie man nur links schreiben kann. Rechts wäre Beherrschung, Überwindung, links ist immer „Wut und Trauer“.

Dass der wirkmächtige Antisemitismus von links kommt und seine Quelle eben nicht im konservativen Weltbild hat, dass er für die Juden nur das Allerbeste will und natürlich mit Israel „verbunden“ ist (so wie Mörder und Mordopfer eben verbunden sind), davon wird die linke Republik nicht reden. Die älteren Feingeister werden sein Gedicht als Entgleisung des Geschmacks werten, die jüngeren Heißsporne der Recherche-Antifa haben längst Google angeworfen, um Connections von Grass zu „rechtsoffenen“ Gruppen heraus zu bekommen.

Dieses schlechte, ideologische Prosastück, das ein Gedicht sein will, weil Grass aus all seinem Tun Kunst gepresst sehen möchte, hat den einen und einzigen Zweck, dass Vatti nicht mehr als SS-Mann, sondern als „Überlebender“ wahrgenommen wird.
Als vom Therapeuten verordnete Anstrengung ist so etwas völlig in Ordnung. Nur leider müssen „Intellektuelle“ die Welt mit ihrem Gedankenmüll behelligen.

Das Gedicht von Günter Grass „Was gesagt werden muss“

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Links wird die Leitdifferenz des Deutschen als „Ergebung/Vernichtung“ ausgemacht. Beides läuft auf den Tod hinaus, der den Deutschen immer Lösung sei. (Diejenigen mit philosophischen Aspirationen rühren hier noch gern Heideggers „Sein zum Tode“ hinein, obwohl das nun gar nichts damit zu tun hat. Doch davon demnächst mehr.)
Die Kontrastposition werde durch das „Leben als Kampf“ gehalten, Vorbild: das Alte Testament. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zur Ableitung, dass es prima und immer zu begrüßen sei, wenn israelische Heranwachsende mit der Waffe in der Hand gegen die „antisemitische Internationale“ kämpfen. (So zumindest die Hinzufügung der carhartt-behosten Zivis deutscher Mittelschichtsherkunft, die auch gerne gegen irgendetwas kämpfen würden, wenn auch nicht in echt.)

Mag sein, dass die anprangernde Rede vom „unheilvollen alttestamentarischen Prinzip“ und der „Spirale der Gewalt“ antisemitisch ist. Fakt ist, dass die ganze anti-israelische Bagage irgendwelcher Friedenskreise sich dieser Topoi bedient. Doch m.E. sollte man sich nicht so pseudo-aufgeklärt verteidigen, wie die o.g. Jünglinge tun – an der Gegengewalt ist doch nicht zu loben, dass durch sie die Geschichte offen gehalten wird. Und die Verteidigung eines Landes gegen Terror kann doch auch nicht Gegenstand von philosophisch getöntem Lob oder Tadel sein.
Vielmehr ist es doch in sich ungemein tröstlich, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeugen könnte, die Gewalt also eben nicht triumphieren muss, dass der Gewalttätige vielmehr bis zuletzt vorm Stärkeren zu zittern hat.
Christoph Türcke: „Andererseits ist Gegengewalt auch gegen Gewalt.“

Können Sie, lieber Leser, jetzt ermessen, wie groß die Liebe desjenigen sein muss, der auf die ultimative Gewalt nie gewalttätig antwortet, sondern den Gewalttäter gleich mit erlöst?

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nach der Mahler II. sich vor Jubel überschlagen, aber nicht an die Auferstehung glauben! Die hab´ ich gerne….
Ihr rennt auch gern in Dome und Kirchen, zeigt Euch schwer beeindruckt von prächtig illustrierten Bibeln und kichert fünf Minuten später schon wieder über die übrig gebliebenen Verrückten, die darin eine Substanz zu erkennen meinen, gar eine, die etwas von ihnen fordert.

Wenn ich kurz mal „realistisch“ werden darf: Ihr werdet zu Staub zerfallen, in die Mühle Eurer Evolutionsmaschinerie geraten und in alle Ewigkeit = auf Nimmerwiedersehen verschwinden. „Sterben werd´ ich, um zu leben“ … – nix da, reiner Aberglaube. Nichts, gar nichts wird Euch „zu Gott tragen“, denn den gibt es für Euch nicht. Euch Glaubenslosen scheint Euer Standort ja keineswegs so wichtig zu sein wie den geschätzten Atheisten ihr Standpunkt. Deshalb rufe ich ihn Euch noch einmal ins Gedächtnis: Ihr habt keinen Gott! Am Ende bleibt nichts, gar nichts übrig!
Die größten Anstrengungen der Menschheit, die schönsten Werke der Bildhauer und Musiker – für die Katz! Das Gute, Schöne, Große, Eure erste Liebe – ein Furz des Kosmos´.

Eure Schwärmerei für die Humanität beruht auf Etikettenschwindel: Die angestrengte Arbeit in Klöstern, die Schufterei auf Dom-Baustellen, das Abschreiben, Komponieren, Dichten bei eisiger Kälte und karger Kost, das Harren auf Erkenntnis in Einsiedeleien – all das soll nicht Gott gegolten haben, sondern irgendwie dem großen Ganzen der Menschheit. Irgendeiner Idee also, die wieder vergeht.

Jeder aufklärerische Atheist, der mit mir über die Gefährlichkeit (Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Machtgier, Antisemitismus…) der katholischen Lehre streiten will, ist mir lieber als Ihr, die Ihr einfach kein Problem sehen wollt.

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