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Posts Tagged ‘Islam’

Das auf Straßengangster gemodelte HipHop-Nölbrötchen will Anerkennung (vulgo: Respekt). Meine schwulen und lesbischen Brüder und Schwestern wollen sie gar vom Staat – dafür, dass sie ebenso wertvolle und großartige Dinge tun (nämlich: Zusammenleben) wie die neben ihnen herlaufenden Heten. Sie wollen anerkannt werden gerade in ihrem So-Sein, nicht als selbstverständlich hingenommen, nein: anerkannt. Weshalb nur?
Liberal ist das nicht. Wäre man das, wäre man darauf bedacht, in Ruhe gelassen zu werden, nebeneinander her leben zu können, Anerkennung also nur von dem zu erwarten, den man ihrer Spendung für wert hält. Meine Nerven – zu meiner Zeit („Opa erzählt vom Krieg“) haben Punks darauf geschissen, von denen, die sie anschnorrten, anerkannt zu werden. Heute soll der gebefreudige, aber gerade auch der ablehnende Bankangestellte ein irgendwie warmes Gefühl zum Ausdruck bringen für den wunderbar ollen, bunten Suffpunk, sonst heult der sich in der nächsten Obdachlosenzeitung gleich wieder aus über die Kälte der modernen Gesellschaft.
Refugees, die die Linke (egal welcher ideologisch differenzierten Herkunft – heute sind wir alle wieder AntiRa) in diesem Lande pauschal welcome heißt, vermissen den Respekt – nur merkwürdigerweise suchen immer mehr ihn in ausgerechnet diesem Land, wo ein solcher Mangel an Anerkennung herrschen soll.

Ich erkenne weder den Bombenleger, den Kleinkriminellen, den Islamisten, noch den Steuerhinterzieher oder den Dorfnazi in ihrem So-Sein an. Und ich wünsche nicht, von ihnen anerkannt zu werden. Sie alle sollten sich Anerkennung von ihresgleichen beschaffen – oder sich eben ändern. Von mir kann man die Einhaltung der Gesetze erwarten, nicht mehr, nicht weniger.

Mit sich modifizierendem Sinn fürs Private (hören Sie diesen Fortschrittler dazu) steigt offenbar das Bedürfnis dafür, nun von allem und jedem, der einem so auf der Straße oder im Web entgegenkommt, anerkannt zu werden. Einst gab es uns und die Anderen. Wir achteten auf uns und waren uns gut, die Anderen sollten unbedrängt ihr’s machen dürfen, auf ihre Weise:- vielleicht war die ja besser als unsere, mit Sicherheit aber ihnen angemessen, sonst hätten sie sie ja nicht gewählt. Doch wer werden wollte wie wir, musste Farbe bekennen, eine Zeitlang dabei sein, etwas bieten und war eines Tages – anerkannt.

Nur in einem Klima, in dem reflexartig alles Abweichende immer schon anerkannt wird, kann bspw. ein solch alberner Gedanke, der Neubau einer Moschee hätte irgend etwas mit bunt-toleranter Vielfalt zu tun, überhaupt entstehen. Keine Frage: Wer Abweichendes nicht existieren lassen will, gehört in die Schranken gewiesen. Nur: „Anerkennung“ ist nun einmal nicht ohne Inflationierung der Sache hinter dem Begriff und den Verlust jeder Art von (Selbst-)Achtung forderbar, sie ist eine Kategorie freiwilliger Gewährung von und für Kleingruppen.

Arnold Gehlen diagnostizierte das Problem schon recht früh unter den Oberbegriffen der „Hypermoral“ und „Moralhypertrophie“ (183). Was in kleinen, überschaubaren Zusammenhängen aus Gründen funktioniert, funktioniert aus eben diesen Gründen in großen nicht. Eine „Mehrheit moralischer Instanzen“ (38) ist für eine Mehrheit von Lebenslagen zuständig, nicht eine Instanz für alle.
Nur in einem Umfeld, in dem man für Anerkennung tätig zu sein hat, in dem sie also recht schnell versagt werden kann und in dem sie von bestimmten für bestimmte Menschen in bestimmter (und nur dieser!) Hinsicht erwiesen wird, können sich Menschen gedeihlich entfalten. Der Staat ist kein Freundeskreis, das Wohngebiet keine Familie.
Das miese Kalkül des Humanitarismus wird von Arnold Gehlen 1969 so beschrieben:

Die Handlungen und Gedanken der Menschen, ihre Bosheiten, Tugenden und Laster, Künste und Spiele, Klugheiten und Narrheiten – nichts wird von der Geltung ausgenommen, außer allein die Behauptung und Haltung, die erkennen läßt, daß irgendetwas nicht gelten soll – wer das sagt, hat „Vorurteile“ und kommt nicht in Betracht. Der politische Nutzen dieses Ethos ist eklatant, er besteht in der Chance, vom künftigen Sieger verschont zu werden, wenn man es ihm beibringen kann; über den unmittelbaren Kassennutzen braucht man kein Wort zu verlieren.

(143f.)

Wenn die Welt nun schon einmal so ist wie sie ist, dann sollten wenigstens die Falken nicht noch ihr schlechtes Gewissen und die Tauben ihre Mordlust hätscheln (vgl. 143, 102).

Gehlen, Arnold: Moral und Hypermoral – Eine pluralistische Ethik, Athenäum, Frankfurt am Main und Bonn, 1969

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Hier und jetzt geschieht das Große, das, was uns übersteigt, gegen das wir kleine Würmchen nur sind. Wie froh wären wir, für dieses Große einen bescheidenen Beitrag leisten zu können. Hoffentlich werde ich nicht von Erschütterung überwältigt.

Wer kann in dieser Zeit noch so denken und empfinden?
Hingabe, Ergebung, Überwältigtsein, bedingungslose Hochschätzung – das alles wird der Überredungskunst von Nazi-Ästhetik zugeschlagen.
Man könnte sich -Spenglers Diagnose unseres Zeitalters im Hinterkopf- damit arrangieren, träten an deren Stelle nüchterne Überlegung, Prüfung aller Aspekte an einer komplizierten Sachlage, Vorsicht im Abwägen. Doch triumphieren: Respektlosigkeit, dümmliches Gewitztsein und die Generation für Generation durchtradierten Floskeln aus dem Elternhaus über die komplett egoistischen Menschen, die immer schon falsch waren – verkündet von Leuten, die Wälzer über Steuerspartricks fast auswendig hersagen können.

Wer gilt dieser Zeit als der Gute?
Die Helden der Neuzeit kämpfen nicht mehr gegen das Böse, sondern gegen den Dreck (allgemein: der Großstadt, spezieller: der Kriminalität); die Jugendkulturen nach ’45 wollen nicht mehr geistige Wirkung in die Gesellschaft hinein, sondern zielen auf Provokation von allem, was nicht so ist wie sie. Muten Hängengebliebene ihnen das Eintreten für bestimmte Ziele oder auch nur die Begründung ihres eigenen So-Seins zu (das kann einer linken Jugendkultur auch durch einen orthodoxen Marxisten widerfahren, der meint, dass man seine Lebenskraft doch für etwas Wichtiges und Großes einsetzen müsse), wird ihnen bedeutet, sie verstünden gar nicht, worum es ginge.
Hingerissen-Sein ist ihrem Leben dysfunktional, es würde sie der schnellen Reaktion auf echte oder vermeintliche Angriffe berauben.
Beim großen Feuerwerk lacht die Jugend über die in den Himmel starrenden Menschen: „Toll, ’ne Rakete!“.
Es gibt nahezu kein Sinn mehr für musikalische Wucht. So wird nicht-elektronische Musik für den Konzertsaal (= „Klassik“) von jungen Leuten zunehmend pauschal als überkandidelt, peinlich gestelzt empfunden. Sie hören keine unterschiedlichen Stimmungen mehr (traurig, fröhlich, kraftvoll, tänzerisch, edel, vulgär…). Hören sie Geigen und Blechbläser, dann ist das für sie eine Art alter Film und damit eine Mischung aus langweilig und traurig. Nicht wenige Leute, sogar jenseits der 30, sind mir begegnet, die schlimmsten, nervtötenden Techno als zum Tanzen anregend empfanden, einen Strauß-Walzer allerdings als getragen, allzu feierlich und sehr bald als deprimierend.

Nirgendwo macht diese Nivellierungswalze halt: Wer dem Staat freiwillig dient (weil dieser womöglich gar eine Idee verkörpern könnte), sich an Vorschriften und Verkehrsregeln hält, ist dumm, wer an Liebe glaubt, naiv, wer eine Idee für größer hält, als sein eigenes kleines Hirn, ist schuld an zukünftigen Gemetzeln. Meine Güte, als ob es jenseits des Islams und psychischen Störungen noch Fanatismus gäbe…
Das Große, Schöne, das Erhabene, vor dem man vergehen will, kurz: das, womit man nicht fertig wird, hat nicht einmal mehr eine Jugendbewegungsnische.

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Sagen Sie mal, Mely Kiyak, trifft Sie sowas eigentlich? Die Profi-Migrantenschnepfe mit „extrem wenig Ahnung“ und unförmiger Brille um die große Meise, die da hinter Ihrer hübschen Stirn nistet, nicht auffallen zu lassen?
Eine, die Thilo Sarrazin eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ genannt hat, die sich also der untersten Kategorie der NS-Euthanasiesprache bedient, kann man die noch beleidigen?
Selbstverständlich steht die linke Republik zu Ihnen – auch und gerade nach Ihrem wunderbaren Entschuldigungscoup: „Wenn ich den physiologischen Hintergrund gekannt hätte, hätte ich das Bild nicht gewählt. Ich bedauere das sehr!“ Das ist großartig. Wer also erkennbar anders spricht, nur schwer lachen kann und ein Auge halb zugekniffen hält, darf dann und genau dann in Nazimanier nicht beleidigt werden, wenn dies Folgen einer Tumoroperation sind. Handelt es sich um psychische Tics, angeborene Schäden oder Ergebnisse schlimmer Erfahrungen im Laufe eines Lebens, ist jemand, der in Migrations- und wirtschaftspolitischen Fragen mit Ihnen, Kiyak, nicht übereinstimmt, selbstverständlich immer noch eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“.

Als „flachgewichst“ beschimpften Sie übrigens einen Ihrer Leser, der ebenfalls mit Ihnen nicht einer Meinung war. Und diese Vokabel kennen wir aus der Schulhofsprache migrantischer Jugendlicher. Von denen und nur von denen beziehen Sie Ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Und deswegen „bedauere ich“ meine Formulierung in der Überschrift „sehr“. Sie, Kiyak, haben kein Format, Sie sind ja doch nur eine gewöhnliche Radauliese der linken Antira-Republik.

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heißt Vatti denken. Meine Lieblingsrechten protestierten schon im August 2008 gegen die Verlogenheit von SS-Günni, doch damals war er in der linken Republik ja noch der Gute. Da war er Auschwitz-Günter, antifaschistische Instanz. Die, die damals seinen schlichten Spruch auf Transparente pinselten, werden ihm jetzt eilfertig vorwerfen, er sei zur Rechten = Nazis gewechselt. Es wird Ihnen egal sein, dass er von Klaus Staeck und Wolfgang Gehrcke verteidigt wird – gewiss keine intelligenten Leute, aber doch in jedem Fall links. Sie werden nicht wahrhaben wollen, dass Grass geblieben ist, was er nach 45 durchgängig war – ein linker Pinscher. Ein verantwortungsloses Plappermaul, das unter dem Zwang der Intellektuellen steht: Zu allem und jedem etwas sagen zu müssen, nicht schweigen zu können/dürfen/wollen. Nicht einmal zu Mahmoud Ahmadinejad. Der taucht auch auf in seinem Gedicht und er kommt schlecht weg. Denn der iranische Präsident lässt es durchaus an friedenssicherndem Engagement fehlen. Schließlich ist er bloß „Maulheld“. Er tönt nur – statt zu schaffen. Wie Vatti damals in der SS-Division „Frundsberg“.

Grass ist ebenso wie die notorischen Berufsbetroffenen der linken Republik, die mit ihrem Engagement für krebskranke, hungernde Tiere in der 3. Welt den Tag herumbringen, durch nichts besonders qualifiziert zur Abgabe von Statements zur Weltpolitik – er schreibt halt einfach mittelmäßige Bücher vor sich hin. Aber jeder, der irgend etwas zwischen zwei Buchdeckel pressen lässt, gilt ja in dieser Republik als moralische Instanz, Mahner gegen das große Verhängnis. Und solange man sich von diesen „Mundwerksburschen“, die sich „für den ihnen fehlenden Zugang zu den Sachen durch Humanitarismus schadlos halten“ (A. Gehlen) zum Denken dummer Gedanken verleiten lässt, solange werden Grass & Co. die linke Republik mit Propagandamaterial versorgen können.

Stilfragen spielen dabei keine Rolle mehr: „Mit letzter Tinte“ schreibt er sein schludriges Propagandagedicht gegen Israel – das ist so äffisch, so läppisch, wie man nur links schreiben kann. Rechts wäre Beherrschung, Überwindung, links ist immer „Wut und Trauer“.

Dass der wirkmächtige Antisemitismus von links kommt und seine Quelle eben nicht im konservativen Weltbild hat, dass er für die Juden nur das Allerbeste will und natürlich mit Israel „verbunden“ ist (so wie Mörder und Mordopfer eben verbunden sind), davon wird die linke Republik nicht reden. Die älteren Feingeister werden sein Gedicht als Entgleisung des Geschmacks werten, die jüngeren Heißsporne der Recherche-Antifa haben längst Google angeworfen, um Connections von Grass zu „rechtsoffenen“ Gruppen heraus zu bekommen.

Dieses schlechte, ideologische Prosastück, das ein Gedicht sein will, weil Grass aus all seinem Tun Kunst gepresst sehen möchte, hat den einen und einzigen Zweck, dass Vatti nicht mehr als SS-Mann, sondern als „Überlebender“ wahrgenommen wird.
Als vom Therapeuten verordnete Anstrengung ist so etwas völlig in Ordnung. Nur leider müssen „Intellektuelle“ die Welt mit ihrem Gedankenmüll behelligen.

Das Gedicht von Günter Grass „Was gesagt werden muss“

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Im heutigen FAZ-Feuilleton gibt Lorenz Jäger, der bisher die Stellung rechts der Mitte gehalten hat, bekannt:
Er möchte nicht mehr dazugehören. Kein Kamerad mehr, kein „Rechter“ sein. Ihn stören am real existierenden „Konservativismus“: die „Islamkritik“, das Leugnen des menschengemachten Klimawandels, die pauschale Ablehnung staatlicher Sozialpolitik, die PI-Ideologie und der rechts-/linksradikale Bellizismus bezüglich Iran.
Er vermisst das genuin Konservative: „ein Gefühl für das Gewicht der Wirklichkeit zu haben … Mäßigung … die Sehnsucht nach Maßstäben, die von oben kommen, vielleicht von Gott“.
Das alles kann ich verstehen, ich teile das Bedürfnis.

Doch statt nun bspw. der „Achse des Guten“ vorzuwerfen, dass sie bei einem Thema (Ökologie und Klimawandel) genau das tut, was sie bei einem anderen (Amerika, Israel, 11.09.) mit Recht anderen vorwirft, nämlich Verschwörungstheorien zu pflegen, verlässt er mit Getöse eine Seite, auf die er nie gehört hat. Somit können sich deren Parteigänger auch kaum ärgern.
Zudem ist ihm nicht klar, wie sehr diese Seite durch Ressentiment zusammengehalten wird – ein Ressentiment, das in der linken Republik durchaus menschlich verständlich ist, argumentieren diese Leute doch immer mit dem Rücken zur Wand. Wäre es ihm klar, ginge er – christlich-barmherzig – mit seinen früheren angeblichen Mitstreitern milder um.

Jäger hat die in der demokratischen Rechten nach wie vor ungeliebte Debatte (völkisch-gefühlig-islamversteherisch vs. konservativ-pragmatisch-atlantisch, nannte ich das einmal) mit sich selbst im stillen Kämmerlein geführt (gute Katholiken hantieren ja recht souverän mit dem advocatus diaboli) und eine Entscheidung getroffen. Natürlich ist er mit seinem Steckenpferd, der leicht mythologisch eingefärbten Aufklärungskritik, bei der ersten Partei besser aufgehoben. Doch ob er wirklich froh wird mit den ostdeutschen Krypto-Nazis, die das Bild von Ahmadinedschad gleich neben dem des geliebten Führers hängen haben?

Wie einfach könnte es sein: Ohne den Zwang, sich einem Haufen zurechnen zu müssen, die Partei des Menschengemäßen zu nehmen. Die „Sache von Einzelnen“ dadurch zu betreiben, dass man immer und immer wieder die Utopie-Geschwätzigen auf das Konkrete verweist, nach Armin Mohler also nominalistisch denkt.
Dann müsste man nicht dauernd Abrechnungen oder Liebesschwüre in die Welt semmeln, nicht nach dem Ausspucken einer Kröte die nächste herunter würgen, sondern käme mal zu Wichtigem: die Welt im Kleinen zu ändern, sie also im Großen zu verbessern und dies alles, ohne es beabsichtigt zu haben.

Jäger, Lorenz: Adieu, Kameraden, ich bin Gutmensch. FAZ vom 05.10.11

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so skandieren die Profi-Migranten, die linken Gutmenschen und Diskussionsverweigerer. So geschieht es in der antinational befreiten Zone, Berlin-Kreuzberg.

Was war passiert?
Thilo Sarrazin läuft mit der Filmemacherin Güner Balci durch´s Viertel, um das nachzuholen, was ihm alle, alle Fernsehmigranten wieder und wieder vorhielten – doch endlich einmal sich um die Leute selbst zu kümmern – nicht nur über sie zu schreiben – und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Das allerdings wird in den nächsten Minuten vereitelt, denn in Kreuzberg gilt das Blut-und-Boden-Prinzip: „Wir leben hier und Sie leben hier nicht“, ist an diesem Tag das Argument gegen Thilo Sarrazin. „Ich lebe hier, ich lebe hier, ich lebe hier“, wird Sarrazin ostinat entgegen gerufen und so das Interventionsverbot für raumfremde Mächte (hier: der Demokratie für den Kleinraum Kreuzberg) durchgesetzt.

Sie müssen gesehen haben, wie diese Bagage ohne Rücksicht auf Verluste ihren Kiez verteidigt: „Sie haben nix hier verloren“, „Hau ab!“ wird dem immer ein wenig tapsig wirkenden, um gleichbleibende Freundlichkeit bemühten Sarrazin entgegen geschrien.

Linksparteiler und Migrantenvertreter, nicht selten in Personalunion, leisten „Widerstand“ – was im heutigen Deutschland kaum mehr auf Redeschlacht oder juristisches Verfahren hinaus läuft, sondern als sinnloses Niederbrüllen dessen, der als Unmensch markiert wird, beginnt und endet. Die Reste räumt ein trauriger Tropf aus dem Parteimilieu auf, der genau wusste, dass Sarrazin nicht komme, um „etwas gut zu machen“, sondern lediglich, „um sich zu produzieren“.

Sehen Sie hier aber auch Thilo Sarrazin als Verteidiger des herrschaftsfreien Diskurses – auf die Verteidigung durch dessen Erfinder werden Sie lange warten können.

Wenn alle aufsteh´n wie ein Mann gegen den Nazi Sarrazin und „für die Freiheit, für das Leben“ (so die unsäglichen linken Krawallmacher) die Parallelkultur Berlin-Kreuzberg verteidigen, will eine wohl nicht mittun: Güner Balci, die Filmemacherin. Doch die zählt nicht: Die ist ja irgendwie nicht mal richtige Türkin. Sie bezeichnet sich zwar fortwährend als Deutsche – doch das hilft ihr nicht. Sie ist und bleibt wohl Kurdin.
Ich weiß nicht – und schlimmer: es kümmert mich nicht – wie es rassisch, „blutmäßig“ und „volklich“ um Güner Balci bestellt ist. Darüber müssen Sie andere befragen – die multikulturellen Menschenfeinde vom Migrantenverein um die Ecke und die Antifa-Gesellschaft mit allzu beschränkter Haftung.

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Immer tue ich Menschen unrecht. Was sei denn „linke Szene“? Das sei doch nur ein Konstrukt für meine Feindbilder, schließlich ist jeder anders; die drogen-hedonistische Lebensweise gebe es doch gar nicht, sicher, sicher, von Zeit zu Zeit würden einige Individuen, die sich auch untereinander durch gemeinsame Gruppenzugehörigkeit kennen, mal Drogen nehmen, doch hätte das nichts mit einer Lebensweise zu tun. Man selbst würde ja auch mal tanzen, mal arbeiten, mal ins Grüne gehen.

Sicherlich gebe es da und dort in einer bestimmten Szene problematische Einstellungen zur DDR, doch könne man nicht alle über einen Kamm scheren. Schließlich kenne man selbst jemanden, der das alles ganz anders sehe.

Thilo Sarrazin verallgemeinere unzulässig bestimmte Erscheinungen, die auch Moslems betreffen, auf den Islam. Er würdigt nicht jede einzelne, sich gesetzestreu und fleißig verhaltende islamische Familie. Die gebe es eben auch, wovon Sarrazin aber nichts wissen wolle.

In der Gesellschaft der Massen soll man also immer und überall den Einzelfall würdigen. Und nicht nur das: Man soll auch nach dieser Würdigung noch auf jegliche nachgeschobene Generalisierung verzichten. Eine Deutung, eine Erkenntnis durch Begriffsarbeit darf nicht stattfinden. Jeder Tag bringt das ganz neue, ganz unbekannte, bunte Leben mit sich. Nichts soll sich durchhalten: Bedürfnis nach Tabula rasa, Infantilität.

Nebenbei: Müsste die Ablehnung „ungerechter“ Generalisierung nicht auch für den sog. Verblendungszusammenhang gelten? Weshalb unterliegen dem denn plötzlich alle, während kurz unterhalb seiner immer nur den „Differenzen stattgegeben“ wurde?
Kurz: Vielleicht gibt es dessen Totalität ja gar nicht, sondern lediglich viele, viele Individualitäten, die rein zufällig das gleiche wollen?
Nun, lieber Kritischer Theoretiker, da würden Sie wohl lieber nicht mehr mittun beim Differenzieren? Da plädieren auch Sie für eine kräftige Generalisierung, was?
Also: Verabschieden wir das Ressentiment gegen Schema und Begriff und versuchen wir am Einzelfall die Berechtigung jeweiliger Generalisierung zu zeigen. So können uns Gegenargumente empirischer Art auch wieder hinreichend verunsichern, denn vielleicht müssen wir ja eine gefundene – in jedem Fall: zuspitzende – Deutung fallenlassen.

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