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Posts Tagged ‘Sarrazin’

Liebe Familienschützer, Ihr habt’s doch so mit dem Abendland, oder?! Ich ja auch. Das wäre schon mal was Gemeinsames. Nun denn: Schon mal was von Oswald Spengler gehört und dessen Untergangsprognose? Ja, Herr Sarrazin, dass Sie Bescheid wissen, weiß ich ja, aber die restlichen Figuren, die da mit Ihnen auf dem Power-Heten-Kongress rumstanden und irgendwas für Kinder und Familie turnten, ob die mal irgendeine Zeile von ihm zu Gesicht kriegten? Ich bin mir nicht sicher. Ein Seitenmotiv in dessen Hauptwerk: Untergangszeiten werden an sich selbst irre, ihnen gehen die Selbstverständlichkeiten, die Unhinterfragbarkeit gewachsener Formen flöten, das Unwichtige wird ihnen zum Problem, das Wichtige lassen sie fallen, sie blasen Nichtigkeiten zur Haupt- und Staatsaktion auf, vertändeln die Zeit mit l’art pour l’art und der weitschweifigen Widerlegung des Offensichtlichen.

Wenn um Heterosexualität herumtheoretisiert wird, ist sie eben nicht mehr selbstverständlich. Wie verrückt seid Ihr eigentlich?
Ich will es Euch erklären: Jemand möchte reich werden. Also geht er hart arbeiten und spart dass es knackt oder aber er legt eine Erbschaft gut an bzw. plant einen Banküberfall. Er veranstaltet mit Sicherheit keinen Kongress darüber, dass andere, als er, arm sein sollten!
Anderes Beispiel: Jemand möchte ein Eigenheim haben. Nach Eurer Logik müsste er jetzt losgehen und seinen Mitmenschen die Häuser unterm Arsch wegsprengen.

Herrjeh, Ihr habt’s mit Familie? Dann gründet eine! Macht halt Kinder, dass es raucht! Ran an die Bouletten!
Wie verzagt, lebensuntüchtig und -willig, wie wenig, nun ja, heterosexuell seid Ihr, dass Ihr denkt, es könne so etwas wie „Homo-Propaganda“ überhaupt wirken?
Meine Güte, ich bin auch kein großer Fan des Adoptionsrechts; ich weiß wie elend frauenfeindlich Schwule und männerfeindlich Lesben sein können. Auch ich hänge, wie Ihr, der Vorstellung an, es wäre gut, bei partnerschaftlicher Kinderaufzucht irgendwie zwei Pole zu haben. Und ja, Ihr habt ja Recht, dass die Ideologie des Gender Mainstreaming per Geschlechterleugnung diese Pole nicht sehen will und das für essentialistisch hält. Das alles gehört kritisiert, sicherlich.

Nur: Es werden doch nicht mehr Kinder geboren und vernünftig erzogen, wenn gesetzlich festgelegt ist, dass Homos kein Recht auf Adoption haben. Oder soll dieses Verbot etwa ein Anreiz zur Wahl des heterosexuellen Weges sein? Aber so verrückt können ja nicht einmal die von Euch so gehätschelten russischen Betonfrisur-Damen denken, oder bin ich da zu naiv? Wenn ich mich in meinem schwul/lesbischen Umfeld so umsehe – da hat niemand das verstärkte Bedürfnis nach Adoption, außer vielleicht einer einzigen Lesbe, die das Problem aber wie eh und je durch die Samenspende eines befreundeten schwulen Paares lösen wird.

Einst taten Heten das, was sie am besten konnten: Kinder machen und vernünftig erziehen. Heute hofft Ihr, die Ihr auf keinen Fall Schwulies sein wollt, dass der Kauf einer Karte für den Compact-Kongress von der Geschichte als Beitrag zur Abwendung der demographischen Katastrophe in Deutschland verbucht wird. Ihr seid der Untergang des Abendlandes.

Wer so gar keinen Bock auf großfamiliären Alltag hat, muss nicht zu den -durchaus ehrlichen- Protestierern draußen vor die Halle gehen.
Er kann auch einfach mal den Mund halten. Ein Rat, den wir den Wutbürgern um den größten Ex-Antideutschen aller Zeiten schon immer mal geben wollten.

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Europa sei doch so viel mehr als der Euro und die ohne Zweifel bedauerlichen Schwierigkeiten, die jetzt auf wirtschaftlichem Gebiet in der Eurozone bestimmend sind.
So argumentieren merkwürdigerweise gerade diejenigen, die Merkels Satz „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ dauernd im Munde führen. Einmal ist also Währungspolitik völlig unbedeutend (Kunst! Frieden! Aristoteles! Aufklärung!), das andere Mal hängt an einer Währung Europa selbst. Ja, was denn nun? Wenn sie einmal ökonomisch werden wollen, reden sie läppisch von der Erleichterung für Touristen, die bei europäischen Auslandsreisen nun nicht mehr Geld tauschen müssten. Meine Güte! Die Schöngeister aus dem Feuilleton könnten doch bitte das tun, wovon sie etwas verstehen: Uns von Aristoteles berichten und aufzeigen, dass Völkerverständigung, Frieden, Handel gerade nicht an einer gemeinsamen Währung hängen. Und wenn sie gewitzt wären, könnten sie sich bemühen, gerade in dieser Zeit ein gänzlich anderes Bild von Europa zu zeichnen, länderübergreifende Koalitionen von Menschen vorzustellen, denen dieser ganze Wachstumskram zum Halse heraus hängt und die nicht wollen, dass ganz Europa so arbeitsam unentspannt wie Deutschland in die Zukunft hetzt.

Aber nein: Ökonomisches Desinteresse, zugegebene oder geleugnete Unkenntnis, Stolz auf mathematische Unbildung, aber massenhaft guter Wille und Friedensliebe prägen das Klima, in dem vom Euro gesprochen wird.
Über ökonomische Themen soll man mit ökonomischen Argumenten reden. Frieden, wachsender Wohlstand und Handel in Europa können mit einer gemeinsamen Währung nichts zu tun haben, wie die vergangenen Jahrzehnte deutlich zeigen. Man muss nicht AfD-Sympathisant sein, um wahrzunehmen, dass selten nach 1945 so viel Hass und Zwietracht auf unserem Kontinent herrschten, wie nach der Einführung einer gemeinsamen Währung.

Wie könnte man über den Euro substanzhaltig streiten? Das wird nicht ohne die „Theorie der optimalen Währungsgebiete“ abgehen und da wird man auf historische Vergleiche von Währungsunionen nicht verzichten können. Dem von sozial-links vorgebrachten Gedanken, eine Wiedereinführung der D-Mark würde wegen des massiven Aufwertungsdrucks den deutschen Export extrem beschädigen und so Arbeitsplätze kosten, ließe sich von neoliberal-rechts mit historischen Beispielen begegnen, dass die DM gegenüber Südwährungen mehrmals stark aufgewertet hätte, die Exporte aber keineswegs in ähnlichem Umfang eingebrochen wären. Dies könnte seinerseits wieder von links durch besondere historische Umstände, die beizubringen wären, erklärt werden.
So ähnlich könnte es gehen, aber nein: Redet man über die Euro-Krise ist heute die Rede von „unserer besonderen historischen Verantwortung“ und dem „sensiblen deutsch-französischen Verhältnis“.

„Europa ist so viel mehr als nur der Euro.“ heißt in gutem Deutsch: „Ich habe keinerlei Ahnung von Währungspolitik und bin stolz darauf.“

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1. Wie die Abdankung Thilo Sarrazins als Bundesbankvorstand mit dem wieder erstarkenden deutschen Nationalismus zusammenhängt,

2. welchen Einfluss die erstarkende rassistische Alltagskultur, der Extremismus der Mitte in Deutschland auf die Gestaltung der Trauerfeier (einschließlich der Wortwahl der Kanzlerin) für die Opfer der NSU-Morde geübt hat,

3. worin genau der humanistische Impetus (um von Antifaschismus nicht zu reden) von Mely Kiyak bestand, als sie Thilo Sarrazin eine “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur” nannte und ein Foto der Berliner Piraten so beschrieb: „Das Bild war eine Ansammlung von zotteligen Typen. Schwammige Figuren, ungesunder Teint, hässlich, mein Gott, da ist ja nix dabei! Man roch die vermieften T-Shirts regelrecht.“ (Nein, liebe Frau Kiyak, Sie wären nicht wegen „Sexismus“ aus der linken Szenehöhle geflogen – mit Ihrem Namen wäre Ihnen der Kanakenbonus regelrecht aufgedrängt worden.),

4. warum die Dummen nicht alle werden und ständig mehr Scharfsinn auf die Begründung des Abscheulichen aufgewandt wird.

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Griechenland muss weniger sparen. Mit dem Sparen hat es zwar noch gar nicht angefangen, doch was macht das schon. Vom wahrscheinlich schon völlig demoralisierten Jörg Asmussen wird hinzugefügt: Die erhofften Erleichterungen dürften nicht zur Abweichung von den „grundsätzlichen Zielen“ führen.
Ach was?!
Ich für meinen Teil weiche von meinem „grundsätzlichen Ziel“, Tennō von Japan zu werden, nicht ab. Nun ja, ich möchte in Deutschland bleiben, habe mit Japan nichts am Hut und werde wohl auch nicht ganz unkompliziert in die kaiserliche Familie der japanischen Erbmonarchie aufgenommen werden. Doch das Ziel bleibt. Ich werde mich anstrengen. Versprochen.

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Sagen Sie mal, Mely Kiyak, trifft Sie sowas eigentlich? Die Profi-Migrantenschnepfe mit „extrem wenig Ahnung“ und unförmiger Brille um die große Meise, die da hinter Ihrer hübschen Stirn nistet, nicht auffallen zu lassen?
Eine, die Thilo Sarrazin eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ genannt hat, die sich also der untersten Kategorie der NS-Euthanasiesprache bedient, kann man die noch beleidigen?
Selbstverständlich steht die linke Republik zu Ihnen – auch und gerade nach Ihrem wunderbaren Entschuldigungscoup: „Wenn ich den physiologischen Hintergrund gekannt hätte, hätte ich das Bild nicht gewählt. Ich bedauere das sehr!“ Das ist großartig. Wer also erkennbar anders spricht, nur schwer lachen kann und ein Auge halb zugekniffen hält, darf dann und genau dann in Nazimanier nicht beleidigt werden, wenn dies Folgen einer Tumoroperation sind. Handelt es sich um psychische Tics, angeborene Schäden oder Ergebnisse schlimmer Erfahrungen im Laufe eines Lebens, ist jemand, der in Migrations- und wirtschaftspolitischen Fragen mit Ihnen, Kiyak, nicht übereinstimmt, selbstverständlich immer noch eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“.

Als „flachgewichst“ beschimpften Sie übrigens einen Ihrer Leser, der ebenfalls mit Ihnen nicht einer Meinung war. Und diese Vokabel kennen wir aus der Schulhofsprache migrantischer Jugendlicher. Von denen und nur von denen beziehen Sie Ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Und deswegen „bedauere ich“ meine Formulierung in der Überschrift „sehr“. Sie, Kiyak, haben kein Format, Sie sind ja doch nur eine gewöhnliche Radauliese der linken Antira-Republik.

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Das fordert in ihrer sattsam bekannten Menschenfeindlichkeit die radikale und wohl auch die weniger radikale Linke in Erfurt. Darauf angesprochen, werden sie´s bestimmt „nicht personalisierend“ gemeint haben, sondern mehr im großen Ganzen, kein Rassismus und so, die Verhältnisse gehörten abgeschafft, der „rassistische Normalzustand“…
Und weiter geht´s zur nächsten Veranstaltung über „eliminatorischen“ (sic!) Antisemitismus. (Auch der hatte ja ein recht „kategorisches Programm der Abschaffungen“).
Zu allem Überfluss verkünden die Jusos – Jugendorganisation der SPD -, dass das SPD-Mitglied Thilo Sarrazin nicht ihr Genosse sei.

Hier bleibt festzuhalten:

1. „Abschaffen“ meint etwas vollkommen anderes als „eliminieren“.
2. Die Nennung eines Namens hat nichts mit Personalisierung zu tun.
3. Als Juso-Mitglied hat man selbstverständlich mit SPD-Mitgliedern nichts zu schaffen.

Wer anderes behauptet, ist undialektisch, latent rassistisch, wahrscheinlich rechtsoffen. Logik? Abschaffen!

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Mag sein, dass das so ist, wird mir zugegeben, doch: Es sollte nicht sein. Es sollten alle ihre je eigene Individualität unbeeindruckt entfalten können. So reden diejenigen, die fließend englisch sprechen, englische Witze reißen, englische Liedtexte zitieren, englische Filmtitel aufsagen, nahezu ausschließlich englische Wissenschaftsliteratur lesen und die einigermaßen putzig finden, was der Sarrazin nur immer mit seinem Goethe hat. Sie reden so, weil sie wollen, dass alle so werden wie sie, weil sie das Fremde nicht ertragen. Der Kosmopolitismus – einst Ausdruck humaner, aufgeschlossener Weltläufigkeit – ist zum nagenden Ressentiment des Besser-Weggekommenen gegenüber dem „Abschaum“ geworden. Der sitzt da rum in seinen Neubaugebieten, kommt mental nicht aus der Knete, ackert in Prekärjobs und hat nichts im Schädel außer Deutschland, Fußball und feiern. Wenn Sarrazin über diese Gruppe von Menschen schreibt, will er, dass sie es in Zukunft besser haben, wenn die Linke „Kühe, Schweine, Ostdeutschland!“ ruft, denkt sie ans Ausradieren.

Mein Herz ist einstweilen bei Kevin, Mandy, Ronny, Justin und dem ganzen ostdeutschen Dreckspöbel. Sie wären auch gern so cool, wie es ihnen die Kulturindustrie schmackhaft macht, indes: Sie können nicht. Nichts wünschen sie sich sehnlicher, als eine spießige, intakte Kleinfamilie, deren gesellschaftsweite Möglichkeit vom Denken derjenigen, die sie haben, in Grund und Boden geschossen wurde.
Die, die die „Zwangsinstitution Familie“ einst so wuchtig bekämpften und in queering, Antifa, gender studies, Psychoanalyse machten, ließen sich bereitwillig vom Leben zeichnen: Mann, Frau, Hund, 1 Kind, Gründerzeitwohnung mit Parkett, MEGA an repräsentativer Stelle, Uni-Forschungsprojekt. Doch in einem sind sie sich treu geblieben: Sie beschimpfen (wenn auch heute in wissenschaftlich klingenden Begriffen) nach wie vor diejenigen, von deren Steuergeldern ihre ganzen zauberhafte Lehrstühle für psychoanalytische Antisemitismuskritik, queer politics und was weiß ich noch, finanziert werden.

Die starken Kinder der starken Antinationalen mit dem weichen Herz (wenn es nicht gerade gegen „deutsche Täter“ geht) werden mit großer Wahrscheinlichkeit auf Goethe, den deutschen Idealismus und selbst den finsteren Nietzsche stoßen – das gehört schließlich in die Einrichtung ihrer zukünftigen Einkommenssphäre. Der, dem sie bedeuten: „Deutsch mich nicht voll!“, lässt sich noch seine Nazi-Symbole in amerikanische Comicfiguren hinein tätowieren. Die deutsch sein wollenden, doch nicht könnenden Verlierer der linken Republik: Welch ein wunderbar weites Feld für unsere linken Psychoanalytiker – die Aasgeier der Postmoderne.

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